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Mehr hilft auch mehr : Wie künstlich erzeugte Antikörper Krebs vorbeugen können

  • -Aktualisiert am

Animation eines Antikörpers (violett), der sich die Bindungsstelle sucht. Bild: Science Photo Library

Eine echte Brückentechnologie: Wie mit künstlich konstruierten Antikörpern die Präzision der Immunabwehr um ein Vielfaches gesteigert werden kann.

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          Antikörper gehören zu den wichtigsten Waffen des Immunsystems. Wie Spürhunde durchforsten sie den Körper nach passgenauen Antigenen und blasen zum Angriff, wenn sie eine entsprechende Erkennungssequenz gefunden haben. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass sich die Medizin die Zielsicherheit und Effizienz dieser Biomoleküle im Laufe der Zeit zunutze gemacht hat. Zuerst in Form einer passiven Immunisierung, bei der Kranke mit gereinigten Antikörpern aus dem Blut von Genesenen behandelt werden, später mit im Labor konzipierten Antikörpern und maßgeschneiderter Wirkung. Die meisten therapeutischen Antikörper sind monospezifisch und erkennen nur ein einziges Antigen. Allerdings werden heute auch bi-, tri- und multispezifische Antikörper entwickelt, die zwei, drei oder mehrere Antigene gleichzeitig erkennen und damit auch mehr erreichen können als ein monospezifischer Antikörper.

          Wie vielseitig bi-, tri- und multispezifische Antikörper sind, entscheidet die kluge Auswahl der Angriffspunkte und welche Prozesse darüber angestoßen oder gestoppt werden sollen. Der Fantasie scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein. Das Spektrum der Ideen reicht von der Überwindung einer Immunresistenz bei Krebs über die Hemmung von Signalketten bei chronisch entzündlichen Erkrankungen bis zur klugen Vernetzung von Rezeptoren oder Biomolekülen bei anderen krankhaften Prozessen. Allerdings ist bisher nur eine Handvoll bispezifischer Antikörper zugelassen worden, einer davon ist schon wieder vom Markt genommen worden. Trotzdem fliegen die Erwartungen hoch, vor allem in der Krebsmedizin.

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