https://www.faz.net/aktuell/wissen/krebsmedizin/immuntherapie-eine-pipeline-mit-viel-variation-17558272.html

Formen der Immuntherapie : Eine Pipeline mit viel Variation

  • -Aktualisiert am

Eine Blutprobe steht vor einem Patienten im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg. Bild: dpa

Die Immuntherapie steigert bei vielen Krebspatienten die Überlebenschancen. Die Hürden für die Entwicklung neuer Präparate sind aber groß. Kombinationen bieten da viele Chancen. Ein Überblick.

          5 Min.

          Obwohl die Corona-Krise die klinische Forschung in vielen Bereichen lahmlegte, betraf dies Immuntherapeutika gegen Krebs seltener. Im Jahr 2020 befanden sich 4720 Präparate in der Entwicklung – das sind 22 Prozent mehr als noch 2019 und 233 Prozent mehr als 2017. In 628 aktiven klinischen Studien wurden vergangenes Jahr Immunonkologika untersucht, mit plus 14 Prozent auch das ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zum Jahr zuvor. Dennoch bleibt Skepsis. „Dass wir alle Krebskrankheiten mit Immuntherapien in den kommenden zehn Jahren heilen können, halte ich für extrem unwahrscheinlich“, sagt Roger von Moos, Präsident der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung. „Ich gehe aber davon aus, dass wir vielen Patienten durch neue Ansätze ein deutlich längeres Überleben ermöglichen können und sie nicht mehr so häufig Nebenwirkungen erleiden müssen.“

          Zu den Checkpointinhibitoren zählen die Antikörper gegen CTLA-4 und PD-1 beziehungsweise PD-L1, von denen bereits eine Handvoll zugelassen sind und eingesetzt werden, beispielsweise gegen das Melanom, Hodgkin-Lymphom oder Krebs in den Lungen, in Blase oder Niere. Leider sprechen viele Patienten nicht oder nicht dauerhaft auf die Behandlung an, und der Einsatz ist wegen häufiger immunbedingter Nebenwirkungen limitiert.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Ein russischer Raketenwerfer im September in der Region Donezk

          Moskaus Heer in der Ukraine : Die russische Kampfkraft schwindet

          Die russischen Streitkräfte haben schwere Verluste erlitten. Mit der von Putin verkündeten Teilmobilmachung können personelle Lücken gefüllt werden. Bei der Ausrüstung ist das schwieriger.
          Russlands Präsident Wladimir Putin verliert an Rückhalt.

          Fachmann im Interview : „Er sagt sich: Wer braucht eine Welt ohne Putin?“

          Die wichtigste Methode Putins war bisher die Demobilisierung des eigenen Volks. Jetzt setzt er auf Mobilisierung. „Das ist ein absolut neues Experiment“, sagt der Moskauer Sozialwissenschaftler Grigorij Judin im Interview.
          Wenn schon sterben, dann mit Musik, lautet eine alte russische Soldatenredensart: Mobilisierte in einer Rekrutierungsstelle im südrussischen Bataisk

          Russland macht mobil : Das große Völkerbegräbnis

          Russland rekrutiert Zivilisten für den Ukrainekrieg. Die entlegenen und verarmten Regionen trifft es besonders hart. Die hochgerüsteten Ordnungshüter gehen brutal gegen Unwillige vor, doch dann werden die Soldaten oft unterversorgt an die Front geschickt. Ein Gastbeitrag.