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Knochenmarkspende und Genpools : Eine lebensgefährliche Schieflage

  • -Aktualisiert am

Eine Hand greift in einem Kühlraum der Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) Life Science Lab GmbH nach Blutproben. Bild: dpa

Knochenmarkspende und Genmedizin können immer mehr Leben retten, doch sie stehen für viele Minderheiten unter keinem guten Stern. Von den Biobanken und Spenderdateien profitieren vor allem Westeuropäer.

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          Die Biomedizin hat ein Verzerrungsproblem. Weil viele Spenderdateien und genetische Datenbanken vor allem Personen mit europäischen Wurzeln listen und kaum andere oder gemischte Ethnien erfassen, haben nicht alle Kranken, die eine Knochenmarktransplantation benötigen, den gleichen Zugang zu dieser Therapie oder die gleiche Sicherheit bei einer Risikokalkulation auf der Basis genetischer Daten. Das hat auch Astrid G. erfahren müssen. Die 41-Jährige ist Deutsch-Nigerianerin und leidet unter einer aggressiven Form der myeloischen Leukämie. Sie braucht dringend eine Stammzellspende. Unter den 30 Millionen registrierten Spendern weltweit hat sie keinen passenden genetischen Zwilling gefunden. Wer auf eine Stammzellspende angewiesen ist und zu einer ethnischen Minderheit gehört, hat derzeit nur geringe Chancen, in den internationalen Spenderdateien auf einen Treffer zu stoßen.

          Für eine risikoarme Stammzelltransplantation ist eine nahezu hundertprozentige Übereinstimmung bei den Gewebemerkmalen notwendig. Allerdings gibt es davon mehrere tausend Kombinationen, die allesamt unterschiedlich häufig vorkommen. Astrid G. sucht inzwischen mit ihrer Interseite www.help-Astrid.com selbst nach einem geeigneten Spender und wird dabei von vielen privaten und institutionellen Helfern unterstützt.

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