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Klug verdrahtet : Wem gehört dieses Affengesicht?

  • -Aktualisiert am

Erschwerte Bedingungen: Wenn Tiere wie diese Schimpansen im Blair Drummond Safari Park herumtollen, kommen selbst Experten schnell durcheinander. Bild: dpa

Tiere in der Wildnis zu beobachten, ist kompliziert und zeitaufwändig. Neu entwickelte Künstliche Intelligenz soll den Forschern nun dabei helfen.

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          In der Wildnis herrschen für Tierforscher erschwerte Bedingungen: Lichtverhältnisse lassen sich für Filmaufnahmen ebenso wenig kontrollieren wie die Forschungsobjekte selbst. Sogar Experten fällt es oft schwer, einzelne Tiere in der Gruppe zu identifizieren, um deren Sozialverhalten zu analysieren.

          Wissenschaftler der Universität Oxford und der Kyoto-Universität haben nun eine Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt, die beim Auswerten solcher Videos behilflich sein soll. Wie in „Science Advances“ zu lesen ist, verwendeten sie den Datensatz eines Langzeitprojekts, bei dem eine Gruppe Schimpansen in Bossou (Guinea), über 14 Jahre hinweg beobachtet worden war.

          Mit zuvor markierten Bildern trainierten sie ihr künstliches neuronales Netz (Convolutional Neural Network) darauf, 23 ausgewählte Schimpansengesichter auch in der Bewegung zu erfassen. Anschließend zeigten sie dem Rechner Identität und Geschlecht der markierten Affen an. Die KI lernte so unter Anleitung, die einzelnen Tiere im Video zu unterscheiden. Nach einiger Zeit erfasste sie die Gesichter selbständig mit einer Präzision von 81 Prozent, wusste zu gut 92 Prozent deren Identität und zu 96 Prozent deren Geschlecht zu benennen.

          Obwohl die Gesichter der Schimpansen in Bossou teilweise nur schlecht zu erkennen sind, kann die KI sie zuordnen.

          Während Experten bei einem Test mehr als 50 von 100 Bildern falsch identifizierten und dazu gut eine Stunde benötigten, erkannte die Maschine 84 Affen in wenigen Sekunden. Damit die KI mit Daten weiterer Tierarten trainiert werden kann, ist der Quelltext der Software frei zugänglich.

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