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Klug verdrahtet : Der Transformer unter den Robotern

Der Transformer-Roboter MSRR (modular self refigurable robot) von der Cornell University steigt auch Treppen empor, um sein Ziel zu erreichen. Bild: Tarik Tosun

Eine Maschine ist in der Lage, anatomisch ihre Gestalt zu verändern. Je nach Aufgabe und Umgebung baut sie sich selbständig um. In einem Büro sorgt der Roboter so schon mal für Ordnung.

          Die Zeiten, als Roboter nicht mehr als reine Arbeitssklaven waren, die Aufgaben nach einem festgelegten Programm zuverlässig erfüllten, sind längst passé. Sensoren und Künstliche Intelligenz haben sie in autonome Maschinen verwandelt, die Lebewesen gleich mit ihrer Umwelt interagieren.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Ein Exemplar aus der Roboterschmiede der Cornell University in Ithaca hat nun eine weitere Entwicklungsstufe erreicht. Der Automat kann seine Gestalt gezielt verändern. Entsprechend den Anforderungen der Umgebung, in der er sich bewegt, und den Aufgaben, die er zu meistern hat, baut er sich anatomisch um. Das Geheimnis: Die Maschine besteht aus identischen, acht Zentimeter großen Würfeln. Jeder ist mit Rädern, Motoren und einem Mikroprozessor ausgestattet. Elektromagneten, die in den Seitenflächen integriert sind, halten die Würfel zusammen oder trennen sie wieder voneinander, je nach Bedarf.

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          Ein Sensormodul steuert die Maschine und entscheidet, welche anatomische Gestalt gerade für welche Aufgabe am besten geeignet ist und wie viele Würfel dafür erforderlich sind. Entsprechend ordnen sich die Würfel an. Kameras an einem Masten scannen das Terrain und haben die QR-Codes auf der Oberseite der Würfel die ganze Zeit im Blick.

          Endlich Ordnung im Büro

          In einem Video präsentieren die Forscher um Jonathan Daudelin die Fähigkeiten ihres Roboters: In einer Szene soll er in einem Büro für Ordnung sorgen und nach einem rosa Objekt suchen. Er findet es schließlich in einer schmalen Stelle zwischen zwei Mülleimern. Um an den Gegenstand zu gelangen, baut sich der Roboter um und nimmt eine schlangenförmige Gestalt an. Dann fährt er in die Lücke, schnappt sich das Objekt und transportiert es zur vorgesehenen Abfallzone.

          Anschließend klettert er eine Treppe empor und wirft einen zweiten Gegenstand, der über einen Magneten an der Frontseite befestigt ist, in eine Kiste. Als Höhepunkt reckt er sich in die Höhe und klebt eine Briefmarke auf ein Paket. Das sei lediglich eine Auswahl an Fähigkeiten des Roboters, schreiben die Wissenschaftler. Die Datenbank, in der alle möglichen Konfigurationen abgelegt sind, sei sehr umfangreich.

          Von der Fähigkeit, sich selbständig anatomisch an ein unbekannte Umgebung anzupassen, könnten Such und Rettungsroboter profitieren. Diese Maschinen müssen häufig in unwegsamen Terrain zu recht kommen. Dort ist häufig auch die Kommunikation eingeschränkt, so dass möglichst große Autonomie von Vorteil ist.

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