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„Klug verdrahtet“ : Maschinen machen sich ein Bild von der Welt

Die beiden Roboterarme bauen den Ikea-Stuhl „Stefan“ selbständig zusammen. Bild: Reuters

Roboter waren bislang eher hilflos, wenn sie einen unbekannten Gegenstand vor sich hatten. Sie wussten nicht, wie und wie fest sie diesen ergreifen sollten. Das hat sich dank künstlicher Intelligenz geändert.

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          Sie spielen Fußball, operieren Patienten, betreuen alte Menschen, erkunden fremde Planeten, spüren Minen auf und geben geduldig Auskunft als stets freundliche Servicekraft: Dem Roboter scheint keine Aufgabe zu schwer. Ihnen gelingt mittlerweile sogar das, woran mancher Heimwerker verzweifelt: Möbel in Rekordgeschwindigkeit zusammenzuschrauben. Man muss den Bauplan freilich vorher einprogrammieren.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Die Fähigkeit, selbst komplex geformte Bauteile rasch zusammenzufügen, kann aber nicht über ein noch bestehendes Manko von Robotern hinwegtäuschen – ihr Unvermögen, mit unbekannten Gegenständen richtig umzugehen. Haben sie auf Industriestraßen gelernt, immer wieder ein und dieselbe Tätigkeit perfekt auszuführen, sind sie häufig schon überfordert, eine Tasse an ihrem Henkel zu ergreifen.

          Klug verdrahtet
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          Wenn der Mensch mit der Maschine – Intelligenzen im Labor

          Klug verdrahtet

          Trotz großer Fortschritte in der Sensorik und bei der visuellen Wahrnehmung wissen die Maschinen nicht, wie und vor allem wie fest sie einen Gegenstand anpacken sollen. Forscher vom Labor für Künstliche Intelligenz des MIT in Massachusetts haben ein System entwickelt, das Robotern auf die Sprünge helfen soll. Bevor eine Maschine vorschnell zupackt, betrachtet sie das Objekt erst einmal von allen Seiten. Dabei scannt sie es mit ihrer Kamera, und erzeugt so ein virtuelles Abbild des Gegenstands im Computerhirn. Der Roboter lernt auf diese Weise, was er eigentlich vor sich hat. Im Video präsentierten die MIT-Forscher ihr System.

          Ob Baseballmützen und Schuhe in verschiedenen Farben und Formen, unterschiedlich große Tassen, der Roboterarm machte sich stets ein Bild von dem Objekt. Dann reichte es schon, auf eine beliebige Stelle des betreffenden Gegenstands mit dem Finger zu zeigen, und der Roboter griff zu, ohne das Objekt fallen zu lassen. Damit scheinen die Maschinenwesen auch bestens präpariert für ihre nächsten großen Aufgaben, die man ihnen am MIT jedenfalls zutraut: Muskelverspannungen durch Massage zu lösen oder beim Ankleiden zu helfen.

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