https://www.faz.net/-gwz-9oty1

Klug verdrahtet : Künstliche Intelligenz wird zum Erntehelfer

Vegebot in -Aktion Bild: University of Cambridge

Die Ernte von Spargel, Gurken oder Salat ist für Bauern eine arge Plackerei. Nun eilen die intelligenten Maschinen auch hier zu Hilfe. Sie erkennen gesundes und reifes Gemüse und pflücken es mit viel Gefühl.

          1 Min.

          Auch in der Landwirtschaft sind autonome Roboter nicht mehr wegzudenken. Sie pflügen, säen, düngen und ernten Getreide oder Kartoffeln. Doch bei Spargel, Gurken, Paprika, Erdbeeren, Äpfeln und Salat muss noch immer der Mensch ran. Die Maschinen sind schlicht überfordert wenn es darum geht, Gemüse und Salate auf einem großen Feld selektiv zu ernten und nur die reifen Früchte zu pflücken, noch dazu, wenn sich diese hinter einem Blätterwald verbergen. Doch auch hier könnte Kollege Roboter bald mit Hand anlegen, was Bauern und Erntehelfern viel Knochenarbeit ersparen würde.

          Manfred Lindinger
          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Im „Journal of Field Robotics“ (doi: 10.1002/rob.21888) präsentieren britische Wissenschaftler von der University of Cambridge nun einen Roboter, der dank Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen Eisbergsalatköpfe effizient ernten kann. Die Maschine – ein auf einer fahrenden Lafette montierter Roboterarm mit einer speziellen Schneidevorrichtung – pickt in einem von grünen Salatköpfen dichtbewachsenen Feld nur jene heraus, die reif für die Ernte sind. Die anderen lässt er unberührt.

          Klug verdrahtet
          Klug verdrahtet

          Wenn der Mensch mit der Maschine – Intelligenzen im Labor

          Klug verdrahtet

          Zwei Kameras haben den Arbeitsbereich die ganze Zeit im Blick. Einer der Sensoren überwacht aus der Höhe das Geschehen, der andere hat vom Schneidekopf aus die Salatköpfe direkt im Blick. Ihre Daten liefern dem Computer Informationen über Position, Größe und Zustand der Salatköpfe. Ist ein ausgewachsener Eisbergsalat identifiziert, so wird die optimale Schnitthöhe ermittelt. Die Ernteerfolgsrate beziffern Josie Hughes und ihre Kollegen auf fast 90 Prozent, und die abgetrennten Salatköpfe hätten meist Supermarktqualität. Nur bei der Schnelligkeit hapert es noch. 32 Sekunden braucht „Vegebot“ im Schnitt pro Kopf. Trainierte Erntehelfer sind deutlich schneller. Dafür wird der Roboter nicht müde.

          Weitere Themen

          Die wilde Krautschau

          Ab in die Botanik : Die wilde Krautschau

          Mit Hilfe einer App werden Pflanzenblinde zu Sehenden und lernen, selbst Mauerblümchen zu schätzen. Was vorher nur als irgendwelches Straßenbegleitgrün wahrgenommen wurde, kann nun sogar beim Namen genannt werden.

          Russlands riesige Tiefkühltruhe taut auf

          Permafrost und Klimawandel : Russlands riesige Tiefkühltruhe taut auf

          Fast zwei Drittel des russischen Bodens sind normalerweise dauerhaft gefroren. Der Klimawandel ändert das, die Menschen bekommen es zu spüren: Straßen sacken ab, Häuser drohen einzustürzen. Ein Besuch in der nördlichsten Großstadt der Welt.

          Topmeldungen

          Laschet tut derzeit, was er angekündigt hat: nicht polarisieren, nicht übertreiben, nicht entzweien.

          Die drei Kanzlerkandidaten : Laschet in der Defensive

          Wahlkämpfe in der Bundesrepublik sind keine Charisma-Märkte. Es gewinnen Koalitionen. Trotzdem muss Laschet für sich werben. Und raus aus dem „Schlafwagen“.
          Ein völlig zerstörtes Haus am Ortseingang von Altenahr am 27. Juli 2021

          Offener Brief : Altenahr beschwert sich bitter bei Merkel

          In einem Brief an Kanzlerin Merkel und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer fordern Betroffene eine Perspektive für das Ahrtal. Die bisherigen Hilfen würden nicht ansatzweise ausreichen.
          Trotzen der Pandemie: die Aktienkurse der Tabakkonzerne entwickeln sich gut

          Sündige Aktien : Geld anlegen, mal ganz ohne Moral

          Investieren in harten Alkohol, Zigaretten oder schmutziges Öl? Mit politisch unkorrekten Aktien lässt sich gerade erstaunlich viel Geld verdienen. Eine kleine Anleitung zum Einstieg bei „Sünderaktien“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.