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Klug verdrahtet : Ein Roboter wird zum Chemiker

Chemputer produziert selbständig drei Wirkstoffe Bild: School of Chemistry, Glasgow

Dank künstlicher Intelligenz ist ein Roboter in der Lage, selbständig verschiedene Arzneien zu mischen. Ein Schlafmittel, ein Schmerzmittel und das Potenzmittel Viagra gehören schon zum Repertoire.

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          Vor noch nicht allzu langer Zeit mussten Chemiker bei der Herstellung komplexer Wirkstoffe die entsprechenden Substanzen noch mühsam im richtigen Verhältnis von Hand mischen. Heute erledigen automatisierte Apparate dank Künstlicher Intelligenz die gleiche Arbeit in einem Bruchteil der Zeit. Ein Synthese-Roboter, der auf menschliche Hilfe nicht mehr angewiesen ist, steht im Chemielabor von Leroy Cronin an der University Glasgow.

          Manfred Lindinger
          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Die Apparatur erinnert mit seinen Kolben, Zuleitungen, Kühlern und Öfen, den Ventilen und Pumpen an ein gewöhnliches kleines Chemielabor, wäre da nicht der Computer und seine Künstliche Intelligenz im Hintergrund. Hier laufen alle Informationen über die auszuführenden Reaktionsschritte zusammen.

          Klug verdrahtet
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          Wenn der Mensch mit der Maschine – Intelligenzen im Labor

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          Die jeweiligen Rezepturen sucht sich der Rechner aus einer Datenbank selbst heraus oder lädt sie aus dem Netz herunter, um daraufhin die Ausgangschemikalien aus einem angebotenen Sortiment entsprechend zusammenzustellen. Alles selbständig versteht sich, wie die Forscher um Cronin in der Zeitschrift „Science“ berichten.

          Viagra aus der Hand des Chemieroboters

          Dann geht es los: Ventile werden geöffnet, Substanzen laufen unter Zugabe eines Lösungsmittels in der richtigen Reihenfolge in einen Glaskolben, wo sie miteinander vermischt, geschüttelt, verrührt und je nach Bedarf erhitzt oder gekühlt werden. Nachdem das Reaktionsprodukt vom Lösemittel getrennt und einer finalen Reinigung unterzogen wurde, rinnt es in den Auffangbehälter.

          Dort kann es dann der menschliche Kollege begutachten. Um die Fähigkeit ihres „Chemputers“ zu demonstrieren, ließen die Forscher ihn drei gängige Arzneimittel produzieren: das Schlafmittel Nytol, das Krämpfe unterdrückende Medikament Rufinamid und das Mittel gegen erektile Dysfunktion Sildenafil, auch als Viagra bekannt.

          Der Traum der Forscher: Chemputer soll eines Tages Hunderte von Wirkstoffen eigenständig synthetisieren können. Apotheker wären dann in der Lage, vor Ort selbst die Medikamente zu produzieren. Den Chemputer können sie sogar schon selbst nachbauen und die Software gibt es bereits im Netz. Bleibt nur die Frage: Wer testet dann die Arzneien auf ihre Wirkung oder ihre möglichen Nebenwirkung?

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