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Weltklimarat : Wohin mit den Zweifeln?

Sind Zweifler „Idioten”? - Die Nobelpreisträger Gore und Pachauri am 10. Dezmeber 2007 in Oslo Bild: picture-alliance/ dpa

Als im Dezember 2007 der Klimarat zusammen mit dem früheren amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore den Friedensnobelpreis erhielt, schien eine Utopie wahr zu werden: Politik, die sich wissenschaftlich belegen lässt. Jetzt kämpft der Weltklimarat mit der Wirklichkeit.

          Nur ein kleines Bild erinnert an den Tag, der vieles für den Klimarat änderte. Gerahmt steht es in einem Büro hinter einem Schreibtisch in einem Bücherregal. Männer in Anzügen und Frauen in Kleidern sind darauf zu sehen. In ihrer Mitte eine Urkunde und eine Medaille. Fast alle lächeln, es sind Mitarbeiter der Zentrale des Klimarats. Sie halten die Urkunde, auf der der Namenszug Nobel zu lesen ist - es ist ein Bild aus dem Jahr 2007. Das Jahr, in dem der Klimarat zusammen mit Al Gore den Friedensnobelpreis erhalten hat. In der Begründung des Preiskomitees hieß es damals: „Für die Anstrengungen, ein breiteres Wissen über den menschengemachten Klimawandel zu schaffen und zu verbreiten und die notwendigen Grundlagen für die Anpassungen zu legen, die nötig sind, um diesem Wandel zu begegnen.“

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          „Das Jahr war in der Geschichte des Klimarats der Höhepunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit“, sagt Brenda Abrar vom Klimarat. Es war ein Jahr, das vieles veränderte. 2010 könnte wieder so ein Jahr werden.

          Seit vielen Wochen schon sieht sich der Klimarat so heftiger Kritik ausgesetzt wie noch nie in seiner Geschichte - Schlagworte wie Pfusch, Arroganz und Panikmache prasseln unaufhörlich auf ihn ein. Die Reihen der Kritiker reichen von jenen, die schon immer an der Arbeit des Klimarats zweifelten, bis zu jenen, die schon für ihn gearbeitet haben. Als wissenschaftliche Politikberatung sollte es die Aufgabe des Intergovernmental Panel on Climate Change (kurz IPCC genannt oder eben Klimarat) sein, die Forschung aus aller Welt zum Klimawandel zusammenzutragen, um daraus einen einzigen Bericht zu destillieren. Auf dessen Grundlage sollten die Vereinten Nationen dann über den Schutz des Klimas verhandeln. Jetzt sagen immer mehr Kritiker, der Klimarat sei seiner Aufgabe nicht mehr gewachsen.

          Nasa-Illustration, die die Geschwindigkeit des Abschmelzens der Gletscher des Himalaja darstellen soll

          Die Zentrale des Klimarats, das Sekretariat, liegt in Genf in einem Neubau, der wie ein Schiff aus grünem Glas anmutet. Kein Schild deutet auf den Klimarat hin, von seinen zehn schmalen Büros im achten Stock mit Blick hinaus auf den Genfer See muss man wissen. Der Klimarat ist hier nur Untermieter, Hausherr ist die „World Meteorological Organization“ der Vereinten Nationen. Das Jahr 2007 hat auch für Brenda Abrar vieles verändert - seit diesem Jahr arbeitet sie hier im achten Stock. Der Klimarat hatte entschieden, seine Hälfte des Preisgeldes in einer Studienstiftung anzulegen. Brenda Abrar leitet das Studienprogramm. In den Flyern, mit denen sie um junge Wissenschaftler wirbt, ist das Bild mit dem Nobelpreis-Zertifikat abgedruckt.

          „Wir waren 2007 nicht auf das plötzliche Interesse vorbereitet“, sagt sie. In dem Sekretariat werden vor allem Termine und Reisen der Wissenschaftler koordiniert, Kontakte zu den Regierungen gehalten. Öffentlichkeitsarbeit und Krisenmanagement sind kaum vorgesehen. „2010 verspüren wir wieder einen ähnlichen Druck - nur diesmal nicht so angenehm.“

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