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Vor Klimagipfel in Paris : Unterhändler einigen sich auf Entwurf für Klimaschutz-Vertrag

  • Aktualisiert am

Beratung bei der Klimakonferenz in Bonn Bild: dpa

Nach kontroversen Verhandlungen einigen sich Unterhändler auf einen Rahmenentwurf für den UN-Klimagipfel in Paris. Besonders die ärmsten Länder wurden benachteiligt, so Kritiker.

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          Die letzte Vorbereitungskonferenz vor dem Pariser Klimagipfel hat für die entscheidenden Verhandlungen im Dezember einen Entwurf vorgelegt. Dieser umfasst allerdings noch mehr als 50 Seiten und hält bei den wichtigsten Passagen die Entscheidung offen. In Paris muss daher um die Details gerungen werden. Das UN-Treffen in Bonn endete am Freitagabend. Aufgabe der Diplomaten war es gewesen, einen Entwurf für das geplante Weltklimaabkommen vorzulegen, das in Paris beschlossen werden soll.

          „Übt das Druck auf Paris aus? Ja“, sagte UN-Klimachefin Christiana Figueres. „Aber das ist das, wofür Paris da ist.“ Bis zum Gipfel soll das Dokument noch einmal auf sehr ähnliche Formulierungen durchsucht und entrümpelt werden. Ziel des geplanten Abkommens ist es, die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Der Ausstoß an Treibhausgasen soll sinken.

          Großer Streitpunkt bleiben die Finanz. Umweltschützer machten bei den Hilfen für die armen Länder und beim Umgang mit Schäden infolge des Klimawandels den größten Klärungsbedarf aus. „Bei den politisch heiklen Baustellen hat uns die Woche kaum weitergebracht“, fasste Oxfam-Experte Jan Kowalzig zusammen. Dennoch sei es positiv, dass nun theoretisch alle wichtigen Bausteine in dem Entwurf enthalten seien.

          Ähnlich sah es Martin Kaiser von Greenpeace. Mit dem Papier seien die Voraussetzungen für ein ambitioniertes Abkommen geschaffen. „Wenn der politische Wille da ist, lässt sich das auch verhandeln.“ Dass der Text noch recht schwammig sei, sei vor allem den Öl-exportierenden Länder anzukreiden.

          Die beiden Vorsitzenden der Konferenz, der Amerikaner Daniel Reifsnyder und der Algerier Ahmed Djoghlaf, hatten sich schon vor dem offiziellen Abschluss zuversichtlich gegeben. „Die Struktur ist da“, sagte Djoghlaf über den Entwurf. Es sei nun klar, was Thema in Artikel eins, zwei oder drei sein soll. Und dass es am Ende nicht 100 Artikel geben werde. „Wir sind in der Spur“, sagte er. Gewisse Punkte könnten naturgemäß erst in Paris auf hoher politischer Ebene geklärt werden - beispielsweise die strittigen Finanzfragen.

          Die beiden Vorsitzenden hatten vor dem Treffen einen recht kompakten Vertragsentwurf als Arbeitsgrundlage präsentiert. Gegen das Papier protestierten allerdings vor allem die Entwicklungs- und Schwellenländer - sie sahen ihre Interessen übergangen, etwa bei der Frage, wer für Schäden infolge des Klimawandels haften wird. Der Text wurde daraufhin ergänzt. Reifsnyder und Djoghlaf verwiesen darauf, dass sie nur ein Fundament für die Beratungen schaffen wollten.

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          Unser Autor: Martin Benninghoff

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