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Treibstoffe aus Biomasse : Vom Acker in den Tank

Das Knallgelb ist überwältigend - das Ergebnis der Dieselproduktion aus Raps weniger Bild: Cornelia Sick

Biomasse liegt auf dem ersten Platz der Rangliste erneuerbarer Energien, weit vor Windkraft, Solarthermie und Photovoltaik. Doch für das Düngen und die Verarbeitung wird viel Energie benötigt. Abhilfe sollen Biotreibstoffe der zweiten Generation bringen.

          An der Biomasse soll die Welt genesen. So krass wird dieser Anspruch zwar selbst von der großen Schar der Biokraftstoff-Lobbyisten nicht vorgetragen. Doch wenn man in Magazinen blättert und ab und an einen Blick ins Fernsehen wagt, kann durchaus der Eindruck entstehen, dass die Energieprobleme der Erde (und zwar bereits in naher Zukunft) maßgeblich mit Hilfe von Pflanzen gelöst werden könnten: Mit Biobrennstoffen werden Häuser erwärmt, mit Biokraftstoffen Kraftfahrzeuge angetrieben und mit Biogas wird Elektrizität erzeugt, um die verpönten Kohle- und Kernkraftwerke zu ersetzen.

          Georg Küffner

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Biobrennstoffe sind wichtig. Betrachtet man die erneuerbaren Energien, dann ist der Anteil der Biomasse in Deutschland durchaus vorzeigbar. Die Biomasse liegt mit deutlichem Abstand auf dem ersten Platz der Rangliste erneuerbarer Energien, weit vor der Windkraft, der Solarthermie und der Photovoltaik.

          Es wird noch immer gern mit Scheitholz geheizt

          61 Prozent der in Deutschland 2005 nachhaltig erzeugten Endenergie (umgerechnet auf Terawattstunden) stammen aus Wald und Flur. Doch das verdankt die Bioenergie nicht etwa modernen Designerkraftstoffen, sondern dem althergebrachten Scheitholz, mit dem vor allem in ländlichen Regionen noch immer gern geheizt wird.

          74 Prozent der aus Biomasse gewonnenen Energie entfallen auf die Wärmeerzeugung. Die Stromgewinnung ist mit 12 und die Erzeugung von Biokraftstoffen mit 14 Prozent beteiligt. Anders ausgedrückt: Trotz intensiver Anstrengungen liegt der Anteil der Biokraftstoffe am gesamten Kraftstoffverbrauch in Deutschland erst bei 3,5 Prozent. Daran wird sich auch durch die seit Beginn des Jahres geltenden Beimischungspflichten (dem Dieselöl werden 4,4 Prozent und dem Benzin 2 Prozent Naturtreibstoffe zugegeben) nicht viel ändern.

          Rapsdiesel: Kraftstoff der ersten Generation

          Derzeit ist der Marktanteil der einzelnen Biokraftstoffe wesentlich von der Innovationstiefe der Herstellverfahren abhängig. Daher ist es wenig erstaunlich, dass der in Deutschland zu fast 100 Prozent aus Rapssamen gepresste Biodiesel mit einer Jahresproduktion von 2,8 Millionen Tonnen ganz vorn liegt.

          Da bei der Herstellung des Ackeröls lediglich die Früchte verwendet werden und damit die Ausbeute entsprechend schlecht ist, rechnet man Rapsdiesel zu den pflanzlichen Kraftstoffen der ersten Generation. Negativ ist auch, dass beim Rapsanbau für das Düngen der Felder und zum Auspressen des Öls viel Energie benötigt wird, so dass ein Teil des Sparpotentials verpufft.

          An der Schwelle zur zweiten Generation: Alkohol

          An der Schwelle zur zweiten Generation stehen die Verfahren zur Alkoholgewinnung. Der Stoff hält die Menschheit bereits seit Jahrhunderten in Stimmung. Auch Nikolaus August Otto setzte auf dieses Rauschmittel, als er einen Vorläufer des später nach ihm benannten Ottomotors mit dem damals für den Betrieb von Lampen beliebten Ethylalkohol zum Laufen brachte.

          Lediglich in Brasilien wird Bioethanol in nennenswertem Umfang erzeugt. Das tropische Klima lässt Zuckerrohr prächtig gedeihen. Riesige Felder mussten angelegt werden. Im gleichen Zuge wurde der Urwald weiter zurückgedrängt. In Deutschland wird Ethanol vorwiegend aus Weizen, Roggen und Mais in drei großen Schnapsfabriken erzeugt. Die Jahresproduktion liegt bei einer halben Million Tonnen.

          Synthesegas aus Holz und Stroh

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