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Klimawandel : Eisschmelze am Nordpol vom IPCC unterschätzt

Die Eisfläche am Nordpol auf Satellitenaufnahmen von September 1979 (oben) und September 2005 Bild: dpa

Ein schlechtes Zeugnis für die weltweit genutzten Klimamodelle: Das Meereis in der Arktis schmilzt offenbar viel schneller als in den jüngst veröffentlichten Szenarien des Weltklimarates IPCC.

          Es ist ein schlechtes Zeugnis für sämtliche der achtzehn weltweit genutzten Klimamodelle und zugleich ein neues Menetekel des Klimawandels: Das Meereis in der Arktis schmilzt offenbar viel schneller als in den jüngst veröffentlichten Szenarien des Weltklimarates IPCC.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          In der Zeitschrift „Geophysical Research Letters“ berichten amerikanische Forscher über eine neue Auswertung von Eisdaten, die bei Messungen an Bord von Flugzeugen, Schiffen und Satelliten gewonnen wurden. Diese zeigen, dass die Packeisrückgänge im September - dem arktischen „Hochsommer“ - zwischen 1953 und 2006 nicht um maximal 5,4 Prozent pro Jahrzehnt, wie vom IPCC angenommen, sondern um gut 7,8 Prozent zugenommen haben. In den vergangenen drei Dekaden hätten die Eisverluste sogar im Schnitt jeweils mehr als neun Prozent betragen.

          Die Forscher des amerikanischen Nationalen Schnee- und Eisdatenzentrums und des Nationalen Atmosphärenforschungszentrums um Julienne Stroeve stützen damit Berechnungen ihrer Kollegin Marik Holland, die unlängst gewarnt hatte, dass die sommerliche Arktis möglicherweise schon vor der Mitte des Jahrhunderts zeitweise eisfrei sein könne.

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