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+++ Klimaticker November +++ : Polardreck, Algenboom, Klimagroßmacht

Dürreopfer
Dürreopfer : Bild: dpa

+++ 22. November. Das Gerichtsverfahren amerikanischer Jugendlicher gegen die Klimapolitik der Regierung Obamas spitzt sich zu. Kurz vor dem Parise Klimagipfel machen die Kontrahenten in den sozialen Medien Stimmung. Die Spitzen der Erdölwirtschaft mit Exxon Mobil Oil, Shell, BP, Koch-Industries und dem American Petroleum Institute (die 625 Firmen der Fossilwirtschaft repräsentieren) haben kürzlich am U.S. District Court in Eugene einen Antrag gestellt, das Verfahren einzustellen. Sie sehen den Prozess als „eine Gefahr für die Geschäftsinteressen“ der Branche.  21 Teenager, die Jüngsten erst 13 Jahre alt und allesamt noch nicht wahlberechtigt, haben zusammen mit der Nichtregierungsorganisation „Our Childrens Trust“ und dem berühmten Klimaforscher James Hansen (dessen Enkelin auch beteiligt ist) im Sommer einen Anwalt eingeschaltet, um das Recht der nachwachsenden Generation auf  “Recht auf Leben, Freiheit und Eigentum“ gegen die allzu inkonsequente Klimapolitik der Regierung zu verteidigen. Im Antrag heisst es, das Gericht müsse die Regierung dazu verpflichten, einen „wissenschaftlich fundierten nationalen Klimaschutzplan“ zu entwickeln. Präsident Obama weiss natürlich, was in so einem Fall zu tun ist: Er hat seine beiden Töchter Natasha (14) und Malia Ann (17) an die Spitze der amerikanischen Paris-Delegation gesetzt und will sich statt dessen zusammen mit Michelle in Paris die neueste Diashow von Al Gore reinziehen.+++

Temperaturabweichungen zwischen Januar und Oktober 2015, gemesssen am langjährigen Mittelwert der jeweiligen Region.
Temperaturabweichungen zwischen Januar und Oktober 2015, gemesssen am langjährigen Mittelwert der jeweiligen Region. : Bild: NASA Goddard Space Flight Center

+++ 20. November. In der akademischen Welt ist man alarmiert: Mehr als 2060 Gelehrte aus über 80 Ländern unterzeichneten einen Offenen Brief der im Mai diesen Jahres in Australien gestarteten Initiative „Global Climate Change Week“, in dem ein grundpessimistischer Ton vor dem anstehenden Klimagipfel Cop21 in Paris angeschlagen wird. Es sei „absolut schockierend“, dass die bisher gemachten klimapolitischen Zusagen von rund 160 Ländern noch immer nicht ausreichten, das Minimalziel zu erreichen. „Wir sind auf dem Weg zu einer 3-Grad-Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts“ - das Szenario einer „Katastrophen“-Zukunft. Ziel müsste eine Obergrenze von 1,5 Grad Erwärmung sein. Prominente Unterzeichner des Briefes sind Noam Chomsky, Naomi Oreskes, Kwame Anthony Appiah, Ursula Oswald Spring, Michael E. Mann, Bill McKibben und Peter Singer.  Die Adressaten des Offenen Briefes sind die Mächtigen dieser Welt, die „World Leaders“. Den Brief der globalen Intelligenzia gibt es in sieben Sprachen, eingeschlossen Bahasa-Indonesisch. Deutsch ist nicht dabei. Deutschlands Klimavorreiterrolle muss wirklich schon schwer gelitten haben. +++      

+++ 17. November. Die amerikanischen Klimazentralorgane NOAA (Nationales Behörde für Atmosphären- und Ozeanforschung) und Nasa sind sich einig: Die Wahrscheinlichkeit, dass das Jahr 2015 global betrachtet das - vermutlich sogar mit einigem Abstand - wärmste Jahr seit Beginn systematischer Messungen wird, liegt bei inzwischen 99,9 Prozent. NOAA hat dazu eine Analyse vorgelegt. Allein der Oktober lag ein ganzes Grad über dem langjährigen Mittelwert.

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