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+++ Klimaticker Oktober +++ : Klimaschäden, Bäumchenspiel, Alternativ-Klimabibel

+++ 3. Oktober. Koalabären droht der Hitzekollaps. Wie schon im Jahr 2009,  als schätzungsweise ein Viertel der Koalas in den nordaustralischen Wäldern einer ungewöhnlich starken Hitzewelle zum Opfer fielen, so könnte die niedlichen Eukalyptusesser das Unglück bald schon regelmäßig ereilen. Das prophezeien Forscher der University of Sydney. Matthew Crother und seine Kollegen haben in North South Wales drei Jahre lang vierzig mit GPS-Sendern ausgestattete Koalas beobachtet. Wie sie in der Zeitschrift „Ecography“  schreiben, haben sich die Koalas während ihrer zwanzigstündigen Schlafphase am Tag Baumarten mit besonders dichten Kronen ausgesucht, die ihnen möglichst viel Schatten spenden sollen. Nachts fressen sie in den Eukalyptusbäumen. „Wenn die Hitzewellen wie vorausgesagt zunehmen, braucht man zum Schutz der Koalas mehr von diesen Bäumen“, so die Forscher. Bis die neuen Bäume die erforderliche Höhe und das großzügige Blattwerk ausgebildet haben, wird die Bevölkerung aufgerufen, leerstehende Dachgeschosswohnungen für Koalafamilien frei zu räumen und ausgemusterte Sonnenschirme bei den zuständigen Forstverwaltungen abzugeben. +++

+++ 1. Oktober. Der Weltklimarat IPCC hat vier Tage nach der kurzen „Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger“  seinen mehr als tausendseitigen 5. Sachstandsbericht AR5 der Arbeitsgruppe 1 (“The physical science basis“)  veröffentlicht. Es handelt sich um eine vorläufige Version. Bis zum Januar 2014 sollen noch Fehler gemeldet und beseitigt werden können. Die dreizehn Kapitel des Klimaberichts spiegeln das naturwissenschaftliche Verständnis des Klimawandels und enthalten das aktuelle Klimawissen (Stand: 390,5 ppm CO2). Die ersten drei Kapitel über die gesammelten Beobachtungen in der Atmosphäre, den Ozeanen und der Kryosphäre enthalten die Rekordmenge von insgesamt 261 mal „likely“ -  Likely, zu deutsch: wahrscheinlich, ist der zentrale Begriff in dem Report. Mit ihm wird die verfügbare Evidenz umschrieben. Jeder wissenschaftliche Befund hat einen Grad an Wahrscheinlichkeit, das geht los bei „extremely likely“ für eine Wahrscheinlichkeit von 95 bis 100 Prozent (darüber liegt nur noch das seltene “virtually certain“)  bis hinab zu „exceptionally unlikley“ mit einer Wahrscheinlichkeit unter 1 Prozent. Leider hat es der IPCC nicht mehr rechtzeitig geschafft, eine interaktive Version des Weltklimaberichts ins Netz zu stellen. Viele Fans hatten gehofft, der Rat werde seinen angekündigten Reformeifer dazu verwenden, den Klimabericht mit „Like“-Buttons am Ende jeder Teilanalyse auszustatten. Bis zum Endbericht im Januar könnte das noch gelingen. Ein „Unlike“-Button ist allerdings extremley unlikely.. Der Klimarat,  so war aus zuverlässigen Quellen zu hören,  erwartet nicht mehr und nicht weniger als 100 Prozent Zustimmung zu seinem Bericht. +++ 

Mehr Fördergeld für weniger Kohlendioxid-Emissionen
Mehr Fördergeld für weniger Kohlendioxid-Emissionen : Bild: Daniel Pilar

+++ 1. Oktober. Das schwedische Möbelhaus Ikea will den Ausstieg aus der Kohlenstoffwirtschaft und die Transformation in eine dekarbonisierte Konsumwelt erleichtern. Alle britischen Filialen werden in den kommenden zehn Monaten beginnen,  Solapanels zu verkaufen. Für umgerechnet 6.800 Euro bekommt der Käufer beispielsweise 18 Panels für ein 3,36-Kilowatt-System. Für einen durchschnittlichen Haushalt soll sich dank der Subventionen und der gesunkenen Preise das eigene Solardach je nach Standort in sieben Jahren amortisieren. Das Pilotprogramm in einer der Londoner Filialen war erfolgreich, im Schnitt wurde seit Juli fast jeden Tag eine Anlage verkauft. “Die Zeit ist reif“, sagte Ikea-Manager Steve Howard der Nachrichtenagentur AP. Den Anlagen liegt eine illustrierte Gebrauchsanweisung bei, damit die britischen Bürger wissen, wo sie die Sonne am Himmel finden können. Von einer Installation vor dem nächsten Frühjahr wird abgeraten. +++

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