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+++ Klimaticker Juli +++ : „Operation Klima“, Stern-Report, Meeresflüchtlinge

Bild: ARTE

Was macht eigentlich die Apokalypse? Unser Glossenticker mit ernsten Nachrichten zum Klimawandel und ihren (weniger ernsten) Pointen. Ein Update mit einer Einladung zum Klimafilmen und zum neuen verschärften Stern-Report.

          7 Min.

          +++ 27. Juli. Filmen Sie den Klimawandel. Das ist die Losung für das Bürger-Doku-Projekt „Operation Klima“, das von dem deutsch-französischen Sender ARTE gestartet wurde. Wir schließen uns dem Aufruf zur kreativen Aufarbeitung des globalen Wandels gerne an. Der Dokumentarfilm wird aus den besten Kurzbeiträgen der Videofilmer aus dann hoffentlich 47 europäischen Ländern zusammengestellt und am Ende - pünktlich zur Weltklimakonferenz von Paris im Dezember - in vier Sprachen ausgestrahlt. Klimatologische Aufhänger und wissenschaftliche Hilfestellungen für kleine Videos gibt es zuhauf, zusammengestellt etwa vom Climate Service Center des Helmholtz-Zentrums. Dort werden die Auswirkungen des Klimawandels in Europa sowie Projektionen in die Zukunft präsentiert. Europa wird sich demnach weiter erwärmen, und zwar im Mittel stärker als der globale Durchschnitt, vor allem die Zahl der Hitzewellen und Starkniederschläge werde bis zum Jahrhundertende zunehmen. Der Skitourismus müsse der Erwärmung massiv Tribut zollen und mit Verlusten bis zu 8,6 Millionen Übernachtungen pro Saison rechnen. Grundlage solcher Zahlen sind die jüngst präsentierten Ergebnisse des europäischen „Impact2C“-Projektes. Unser Tip: Drehen Sie am Gletscher, im eigenen Garten, vom Dach aus oder beim Tauchgang im Ortsweiher, aber niemals vom fahrenden Auto aus. Sie würden an den aufsteigenden Treibhausgasen ersticken.

          Der Ausbau geht voran: Solarpanels und Windkraftanlagen in Thalheim bei Bitterfeld.
          Der Ausbau geht voran: Solarpanels und Windkraftanlagen in Thalheim bei Bitterfeld. : Bild: dpa
          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          +++ 22. Juli. Lord Nicholas Stern schraubt die Ansprüche hoch. Zehn Jahre nach der Veröäffentlichung des klimapolitisch einflussreichen „Stern-Reports“ hat der britische Ökonom, Direktor am Grantham Forschungsinstitut in London, eine Revision seiner Empfehlungen veröffentlicht. Handeln kostet weniger als Nichttun, lautete damals die Botschaft für die Klimapolitik. Um gut ein Prozent werde die weltweite Wirtschaftsleistung kleiner, wenn man die Energiegewinnung so umstellt von fossilen auf regeneratuve Quellen, dass am Ende die Kohlendioxidmarke von 550 ppm in der Luft nicht überschritten werde. Die damit verbundene globale Erwärmung erscheine ihm heute als „zu gefährlich“.  Angesichts des Klimwandels, der sich derzeit schneller vollziehe als seinerzeit angenommen, sei es sinnvoller, die Kohlendioxidkonzentraiton auf 500 ppm zu begrenzen. Damit könnte eine Erwärmung um maximal zwei Grad über dem vorindustriellen globalen Jahresmittel erreicht werden. Erreichbar sei das angesichts des beshcleunigten Ausbaus der Regenrativen weltweit durchaus, schreibt Stern in der Veröffentlichung der Royal Society, allerdings wird es auch teurer: Nicht ein, sondern etwa zwei Prozent des globalen Bruttoninlandproduktes werde die politische Weichenstellung kosten. Sein Trost: „Die Emissionsminderung nützt nicht nur dem Klima, sondern auf vielfache Weise, vor allem mindert es die Luftverschmutzung in Städten.“ Das stimmt. Wenn mehr für den Klimaschutz ausgegeben wird, fliegt weniger Geld zum Fenster raus. Die Luft in den Metropolen war angeseichts der zunehmenden Arzt- und Zahnarztdichte und dem rapiden Zuwachs an Neureichen und Erbschleichern in den Städten ohnehin zu monetenhaltig geworden. +++       

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