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+++ Klimaticker August +++ : Klimadollars, Inselräumung, Gletscherverluste

Mein Solarpanel Bild: ddp

Was macht eigentlich die Apokalypse? Unser Glossenticker mit ernsten Nachrichten zum Klimawandel und ihren (weniger ernsten) Pointen. Ein Update zu den Gesundheitskosten der Klimapolitik, den Ökoflüchtlingen der Solomon-Inseln und der menschengemachten Gletscherschmelze.

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          +++ 24. August. Eine rigide Klimapolitik lohnt sich volkswirtschaftlich fast immer. Zumindest gilt das, wenn man die Ersparnisse im Gesundheitssektor mit einbezieht, die durch die verringerte Luftverschmutzung ermöglicht werden, sobald man die Verfeuerung fossiler Brennstoffe deutlich reduziert. Das sollte jedenfalls für die Vereinigten Staaten gelten, wie es in der Studie einer Gruppe am Massachusetts Institue of Technology (MIT) heisst, die jetzt in „Nature Climate Change“ veröffentlicht worden ist. Die Forscher um Noelle Selin haben drei unterschiedliche landesweite Politkstrategien durchkalkuliert. Darunter eine sehr teure Umstellung des gesamten Transportsektors auf saubere Energie, eine sehr günstige marktorientierte Cap-and-trade-Strategie mit Emissioneszertifikaten beziehungsweise als dritte Option die von Oabama forcierte bundesweite Einführung von Luftreinhaltestandards, die durch die Umweltbehörde EPA überwacht werden. Ergebnis: In allen drei Fällen werden Aberttausende Asthmafälle und Herzkrankheiten verhindert sowie zig Millionen Arbeitsausfälle. Lediglich die Kosten für die Umsetzung der radikalen Umstellung des Transportsektors übersteigen die eingesparten Krankheitskosten. Für Cap-and-trade müsse man dagegen  weniger als ein Zehntel der Krankheitskosten aufbringen und die Obama-Strategie koste insgesamt knapp 208 Milliarden Dollar - weniger als jene 247 Milliarden Dollar, die man mittelfristig für gesundheitlichen Folgen der Luftverschmutzung aufbringen müsse. Im amerikanischen TV-Sender Fox News wetzt Charles Krauthammer, bestellter Klimakommentator des Nachrichtenkanals, schon die Klingen. Das MIT in Cambridge ist für ihn  längst einer der Tempel, in dem die  der Aberglaube und Regentänze um den Klimahype zelebriert werden. „ Es ist“, sagt er, „wie im Alten Testament: Wenn du eine Sünde begehst, wird der Himmel nicht kooperieren.“ So ein Spruch zur Hauptsendezeit wird genügen und ein paar hundert Millionen Amerikaner werden lieber den Kohledreck in den Abgasen schlucken als über Solarpanels auf dem Dach nachdenken.+++  

          Coiseul Island vom Weltraum aus betrachtet.
          Coiseul Island vom Weltraum aus betrachtet. : Bild: Nasa
          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          +++ 16. August. Der Jahre lange Kampf eines australischen Klimaforschers um die Publikation seines alternativen Klimamodells ist zu Ende: Robert G.V. Baker von der University of New England in Armidale hat die Mehrheit der Gutachter für die Elsevier-Zeitschrift „Ocean and Coastal Management“ überzeugt und wird sein Paper in der September-Ausgabe publizieren, Titel: „Periodicities in mean sea-level fluctuations and climate change proxies: Lessons from the modelling for coastal management“. Er sieht die Studie als Gegenmodell zu den Ergebnissen des Weltklimarates IPCC. Er hat  zwanzig Klimaparameter  mit den Aufzeichnungen von siebzehn über den Globus verteilten Meerespegelstationen verglichen und ein gutes Dutzend Periodizitäten von 7 bis 132 Jahren herausgerechnet, die für ihn nur einen halbwegs sicheren Schluss nahelegen: Nicht der vom Menschen verursachte Treibhauseffekt habe die steigenden Temperaturen verursacht und die durchaus schwankenden  Meeresspiegeländerungen, vielmehr sei das auf natürliche, von der Sonneneinstrahlung angetriebene Zyklen zurückzuführen. Damit sei auch die jüngste Pause im globalen Temperaturanstieg am ehesten zu erklären. Der Geomorphologe, der sich besonders für mathematische Geographie und „Internetverkehr“  interessiert, sieht sein Modell als überlegen an, wenn es um die künftige Küstenplanung geht. Der Schlenker in die angewandte Forschung war  ein geschickter Schachzug. Offshore sehen nicht nur die Erdölkonzerne ihre Zukunft, auch die Schiffahrts- und Tourismusindustrie macht sich so ihre Gedanken, wo sich künftig Investitionen lohnen. Deshalb hat Baker jetzt den Taschenrechner aus der Hand gelegt und sitzt an seinen Powerpointfolien. +++    

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