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+++ Klimaticker April +++ : Biogase, Eiszeitfeeling, Hummerglück

Das Scott-Riff nach der überraschend schnellen Erholung.

+++ 5. April.  Totgeglaubte leben länger. Das völlig isolierte Scott-Riff, mehr als zweihundert Kilometer vor der Westaustralischen Küste liegend und während des Rekordhitzejahres 1998 zu 90 Prozent wegen überhöhter Wassertemperaturen und nachfolgendem „Bleaching“ abgestorben, hat sich in weniger als 15 Jahren dramatisch schnell erholt. 44 Prozent des Korallenökosystems rund um die Insel zeigen sich wieder in den schillerndsten Farben. Wie James Gilmour von der University of Western Australia in Perth berichtet, gab es wegen der isolierten Lage keinen Zustrom an Larven, allerdings haben offenbar pflanzenfressende Fische in großer Zahl dafür gesorgt, dass die wenigen überlebenden Larven nicht von Mikroalgen verdrängt wurden und den Kalkgrund wiederbesiedeln konnten, heißt es in „Science“. Anpassungsmaßnahmen der Behörden sollen schon eingeleitet worden sein. Von den ausgewachsenen herbivoren Fischen wird berichtet, dass sie inzwischen ein luxuriöses Refugium für Klimahelden bewohnen und dreimal täglich von australischen Gardetauchern mit exquisiten  australischen Algenspezialitäten beglückt und zur Nachzucht animiert werden. Gesucht wird nun landesweit von Anthropologen und Genetikern eine Subpopulation von Landsäugetieren, die nach einer Klimakatastrophe bereit wären, die kläglichen Überreste australischer Hominiden vor der Massenvermehrung durch räuberische Beutelteufel zu schützen.+++ 

+++ 4. April. In Washington ist ein brisanter Bericht aus dem Landwirtschaftsministerium zur wachsenden Brandgefahr im Zuge der Klimaerwärmung bekannt geworden. Die Fläche, die in Hitzeperioden  durch Waldbrände zerstört werden könnte, werde sich bis zum Jahr 2050 verdoppeln. In einigen Waldregionen wie im Westen Colorados, die bereits im vergangenen Sommer von Flächenbränden stark dezimiert worden seien, könne sich die Feuergefahr auf das Fünffache vergrößern. Verglichen mit vor vierzig Jahren habe sich die Feuersaison im Schnitt schon um zweieinhalb Monate verlängert. Die Rocky Mountains trocknen förmlich aus, Holzschädlinge vermehren sich massiver denn je, so steht es in dem offiziellen Bericht. Im republikanisch dominierten Repräsentantenhaus brach nach der Veröffentlichung ein Sturm der Entrüstung los. Die republikanische Mehrheit beschuldigte das Weiße Haus, mit dem Feuer zu spielen und die Kurse der Bau- und Feuerlöschindustrie, die sich mittlerweile nahezu vollständig in der Hand chinesischer Investoren befindet, künstlich in die Höhe zu treiben. Im Landwirtschaftsministerium wurden Spuren sichergestellt, Horden von Journalisten haben sich vor dem Weißen Haus positioniert, um über „Firegate“ zu berichten. +++

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