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+++ Klimaticker April +++ : Biogase, Eiszeitfeeling, Hummerglück

+++ 15. April. Britische Bürger haben sich für ein Geoeingineering-Pilotprojekt ausgesprochen, das die Möglichkeit erkunden soll, mit der gezielten Verbreitung von Sulfatpartikeln in der oberen Atmosphäre die Sonnenstrahl und und damit die globale Erwärmung  zu dämpfen. Allerdings ist gegenwärtig nur ein ganz geringer Teil bereit, diese Option auch für großskalige Projekte zu erwägen, in dem von einem Ballon aus und mit Hilfe eines sowie ein 20 Kilometer lange Schlauchs zum Erdboden die Schwefelpartikeln in die äußere Lufthülle des Planeten gepumpt werden. Ein Ein-Kilometer-Schlauchvorhaben werde begrüßt, so steht es in einer Publikation von Risikoforschern des Tyndall Centres an der Universiy of East Anglia und der Cardiff University  in der Zeitschrift „Nature Climate Change“ (doi: 10.1038/nclimate1807). Die Umfrage ist Ergebnis dreier „verblindeter“ Kurzworkshops mit jeweils 8 bis 12 Bürgern, in denen der Begriff Geoengineering nicht auftauchte. Die alles in allem 32 Teilnehmer waren ohne Vorwissen angereist. „Insgesamt repräsentiert das Gesamtkollektiv die Verteilung der Geschlechter, Altersgruppen, der sozioökonomischen Gruppen, der Bildungsniveaus und der jeweiligen, dem Austragungsort entsprechenden ethischen Gruppen in der Bevölkerung“, heißt es in der Nature-Studie. Die Untersuchung soll, so war aus dem finanzierenden Ministerium in London zu hören, als Goldstandard für eine weltweite Querschnittstudie über die Zukunft der Klimaeingreifpolitik dienen. Maximal 32 Bürger jeden Landes sollen künftig die Klimapolitik ihres Landes bestimmen dürfen. Sie werden vor der Abfrage in Einzelzimmern belehrt und mit Anleitungen zum Gebrauch der Weltklimaberichte versorgt. Die Umfragedaten sollen ergebnisoffen diskutiert und Open access publiziert werden. Der Papier- und Kerosinverbrauch, so argumentieren die Forscher, werde damit massiv eingedämmt, die Zahl der blinden Klimakonferenzpassagiere auf ein Mindestmaß reduziert. +++ 

+++ 12. April. Der fünft kälteste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 ist noch kein Grund, den anthropogen beschleunigten Klimawandel infrage zu stellen. Das gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach bekannt.  Mit im Schnitt 0,1 Grad war der Vormonat so kalt wie die letzten 25 Jahre nicht mehr, und er lag damit satte 3,4 Grad unter dem langjährigen März-Mittelwert. Nimmt man den meteorologischen Winter als Ganzes, liegt der zurückliegende lediglich auf Rang 58, er war sogar um 0,2 Grad wärmer als im statistischen Mittel. „Man kann daraus nicht auf eine grundsätzliche Verlangsamung oder gar das Ausbleiben der weiteren globalen Erwärmung schließen“, resümierte der Vizepräsident des DWD, Paul Becker. Viel mehr Sorge bereitete dem Wettermann, dass sich die Sonne im Februar und März so rar gemacht hat wie zuletzt vor 62 Jahren. Ohne Wissen der Bürger und der Vereinten Nationen arbeitet der Abschirmdienst des Weltklimarates offenbar bereits an der Verspiegelung des intergalaktischen Raums. Der Wetterdienst konnte zwar im März keinerlei Sonnenschirm-Aktivitäten im Blickfeld seiner Satelliten erkennen. Trotzdem warnte der Deutsche Wetterdienst in seiner Monatsbilanz: Ein organisierter überstaatlicher Klimaschutzterrorismus’ könne die Menschheit nicht auf den Pfad der ökologischen Tugend zurückführen. +++  

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