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Klimaforschung : Borkenkäfer sabotieren den Klimaschutz

  • -Aktualisiert am
Trägt der Bergkiefernkäfer zum Klimawandel bei?
          1 Min.

          Forstleute im Westen Kanadas sehen immer öfter rot. Auf riesigen Waldflächen leuchten die Nadeln von Kiefern in dieser Farbe, und wo das der Fall ist, sind die Bäume dem Untergang geweiht. Dort hat nämlich ein gefürchteter Schädling zugeschlagen, der Bergkiefernkäfer Dendroctonus ponderosae.

          Nur groß wie ein Reiskorn, kann dieser Borkenkäfer, der in Wäldern Nordamerikas sein Unwesen treibt, bei Massenvermehrung ganze Landstriche verwüsten. Der roten Phase folgt im Jahr darauf eine graue. Das ist die Farbe der toten, nach und nach verwitternden Baumstämme.

          Käfer erhöhen indirekt den CO2-Ausstoß

          Und genau diese Zersetzung der Biomasse haben kanadische Wissenschaftler jetzt als ergiebige Quelle für das Treibhausgas Kohlendioxid ausgemacht. Ihren Berechnungen für den Zeitraum von 2000 bis 2020 zufolge sorgt der Borkenkäfer dafür, dass ein großes Waldgebiet in British Columbia seine Rolle im Klimageschehen völlig verändert. Statt eine - wenn auch bescheidene - Menge von Kohlendioxid zu binden, dürfte es eine gewaltige Menge des Gases in die Atmosphäre freisetzen.

          Wie die Forscher um Werner Kurz vom Pacific Forestry Center in der heutigen Ausgabe der Zeitschrift „Nature“ (Bd. 452, S. 987) ausführen, ergibt sich für das vom Borkenkäfer massiv heimgesuchte Waldgebiet eine Kohlenstoffemission von durchschnittlich 36 Gramm pro Quadratmeter und Jahr. Für die in die Berechnungen einbezogene Fläche, die 374.000 Quadratkilometer umfasst und damit größer ist als die der Bundesrepublik, seien bis zum Jahr 2020 etwa 270 Megatonnen freigesetzten Kohlenstoffs zu veranschlagen.

          Unberücksichtiger Aspekt beim Klimawandel

          Das entspreche jener Menge an Treibhausgas, die Kanada gemäß dem Kioto-Protkoll bis zum Jahr 2012 einsparen wolle. Dass die Kohlenstoffbilanz der untersuchten Wälder derart ungünstig ausfällt, hängt nicht nur mit der Zersetzung der abgestorbenen Bäume zusammen. Vielmehr muss auch berücksichtigt werden, dass in den vom Borkenkäfer befallenen Beständen weniger gesunde Bäume zur Aufnahme von Kohlenstoff vorhanden sind und zur Eindämmung der Käferplage zusätzliche Rodungen erfolgen.

          Für Kurz sind die jüngsten Ergebnisse ein Anlass zur Kritik an den großen Klimamodellen. In diesen blieben derartige Faktoren wegen ihrer Komplexität oft unberücksichtigt. Unklar sei überdies, inwieweit sich die Klimaerwärmung fortan auf die Population der Borkenkäfer auswirke. Die Berechnungen der kanadischen Forscher sind auch für die hiesige Klimadebatte von Belang. So hat man im Nationalpark Bayerischer Wald unter dem Etikett des Naturschutzes ganze Höhenzüge dem Borkenkäfer zum Fraß überlassen.

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