https://www.faz.net/-gwz-89i4p

Historisches Elektroauto : Im E-Taxi durch Buenos Aires

  • -Aktualisiert am

Die in Paris gegründete Marke Kriéger war einst die am weitesten verbreitete bei den Elektrofahrzeugen in Europa, vor allem im Taxigewerbe. Bild: LA NACION/Ricardo Pristupluk

Schon im 19. Jahrhundert fuhren Autos mit Motoren, die die Umwelt nicht verschmutzten. Das einst beliebteste Taxi-Modell „Krieger“ war jetzt in den Straßen von Buenos Aires unterwegs.

          4 Min.

          Redet man von Elektromotoren, als eine der Möglichkeiten im Kampf gegen den Klimawandel, so denkt man an Einsitzer, die irgendwo in europäischen Strassen aufgeladen werden, an Strassenbahnen der neuesten Generation oder an Sammeltaxis, die kein  Kohlendioxid und dessen Nebenprodukte ausstossen, die bei der Verbrennung von Benzin entstehen. Kaum zu glauben, dass diese Technologie bereits  vor mehr als anderthalb Jahrhunderte existierte, sich dann aber nicht gegen die Verbrennung fossiler Brennstoffe durchsetzen konnte. 

          So wurde 1898 der Kriéger – eine Art Kutsche ohne Pferd - entwickelt und als Taxi erstmals in Dienst gestellt. Er verfügte über zwei Elektromotoren zum Antrieb der Vorderräder. In den Strassen von Buenos Aires, konnte man sie jetzt wieder als Taxis sehen. Argentinien ist das einzige Land, das noch über drei dieser Sammlerstücke verfügt. 

          „Die französischen Kriéger aus den Anfängen der Geschichte des Automobils, die den Übergang von der Kutsche zum Auto markieren, sind Elektrofahrzeuge. Sie standen in den Pferdeställen neben den Kutschen und nachts wurden ihre Batterien aufgeladen, da sie über keine grosse Reichweite verfügten“, erzählt Luis Spadafole, der Direktor des Automobilmuseums der Stadt Buenos Aires, während er neben seinem Ausstellungsstück steht, das er auf der Autoclsica 2015 im Hippodrom San Isidro zeigte. 

          „Sie werden über zwei Elektromotoren von je 48 Volt angetrieben, die von acht Batterien mit je sechs Volt angetrieben werden. Vollkommen aufgeladen verfügen sie über eine Recihweite von ungefähr 40 km. Wir nutzen sie auf der Strecke Recolete-Tigre, zwischen La Biela und dem Hotel Tigre. Jedes Jahr gibt es diese Fahrt für Autos, die vor 1910 gebaut wurden“, so Spadafola weiter. 

          Das Aufladen der Batterien dauerte mehrere Stunden: “Direkt in den Ställen wurden sie während der Nacht aufgeladen. Dort waren die Kutschen, aber auch die Pferde untergebracht“, erzählt der Sammler weiter.

          Obwohl sie weiterentwickelt wurde, wurde diese Technologie erst in den letzten Jahren zur Serienreife gebracht. Bereits 1834 entwarf Thomas Davenport einen Elektromotor, der einen kleinen Wagen auf einer Schiene antrieb. Daraus entwickelten sich die elektrischen Trambahnen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihren Durchbruch hatten. 

          Anfang des 20.Jahrhunderts, führte Ford die Fliessbandproduktion für Autos mit Brennstoffmotoren, die mit Anlassern ausgestattet waren (bis dahin verwendete man Kurbeln, um ein Fahrzeug in Gang zu setzen). Das Auto mit eingebautem Verbrennungsantrieb gewann an Terrain und sein Anschaffungspreis belief sich auf die Hälfte oder ein Drittel des Elektroautos. Dazu kam die Reichweite – konnte es doch mehrere Kilometer zurücklegen, ein unschätzbarer Vorteil, gerade in den Vereinigten Staaten, wo weite Entfernungen an der Tagesordnung waren und noch immer sind. 

          Die Frage ist, warum es immer noch keine grosse Nachfrage für den E-Motor gibt. Nach Eduardo Kronberg, Geschäftsleiter bei Toyota Argentinien, sind die Reichweite und die Ladezeit für die Batterien immer noch zwei Herausforderungen, die es zu lösen gilt: “Die Elektrofahrzeuge, die heute funktionieren, brauchen im Wesentlichen wenig Energie und dienen der Personenmobilität. Reichweite und Ladezeit sind weiterhin wichtige Theme.“

          Weitere Themen

          Löschanzug für E-Autos

          FAZ Plus Artikel: Instabile Batterien : Löschanzug für E-Autos

          Um eine instabile Batterie zu kühlen und die Brandgefahr bei E-Autos zu bannen, hat die Bad Homburger Feuerwehr ein eigenes System entwickelt. Die zündende Idee stammt von einer Expertin im Vorschulalter.

          Topmeldungen

          Marine Le Pen und Viktor Orbán in Budapest

          Le Pen in Ungarn : Bildtermin bei Orbán

          Europas Nationalisten reisen gerne nach Budapest, Marine Le Pen musste es sogar tun. Ob das die französischen Wähler beeindrucken wird?
          Der umstrittene Demokrat: Joseph Manchin im Oktober 2021 in Washington, DC.

          Senator Joseph Manchin : Der letzte Demokrat

          Ein korrupter Verräter? Joseph Manchin stößt auf viel Kritik innerhalb seiner eigenen Partei. Die Republikaner versuchen indes, den Politiker zu einem Seitenwechsel zu motivieren.
          Für manche der Hexer: Tesla-Chef Elon Musk

          Tesla-Aktie : Die Billionen-Dollar-Wette

          Tesla begeistert die Anleger. Eine Aktie kostet jetzt mehr als 1000 Dollar, das Unternehmen wird mit mehr als einer Billion Dollar bewertet. Kann Tesla halten, was es verspricht?
          Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht Bundeskanzlerin Angela Merkel die Entlassungsurkunde am Dienstag im Schloss Bellevue

          Entlassungsurkunde für Merkel : Am Ende einer Kanzlerschaft

          Der Bundespräsident würdigt die Amtszeit von Angela Merkel als „beispielgebend“. So verabschiedet er die Kanzlerin – und bittet sie, noch ein bisschen weiterzumachen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.