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Klimawandel : Heizt Chinas Smog der Arktis ein?

Bis ins Jahr 1984 haben sich die Forscher Daten der Wolkenbedeckung angesehen Bild: Geoeye/SPL

Der amerikanische Wissenschaftler und Nobelpreisträger Mario Molina hat entdeckt, dass es einen möglichen Zusammenhang zwischen der enorm gestiegenen Luftverschmutzung über China und Indien und dem Klimawandel in der Arktis gibt.

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          Einen möglichen Zusammenhang zwischen der enorm gestiegenen Luftverschmutzung über China und Indien, der Intensivierung der Stürme über dem Nordpazifik und letztlich der Erwärmung der Arktis haben amerikanische Wissenschaftler um Nobelpreisträger Mario Molina entdeckt.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Die Gruppe von der University of California in San Diego hat sich die bis ins Jahr 1984 zurückreichenden Daten der Wolkenbedeckung und der Verteilung von Smogpartikeln über Asien und dem Pazifik angesehen. Anschließend haben die Forscher die Folgen für die Atmosphäre in einem hochaufgelösten physikalischen Atmosphärenmodell simuliert.

          Sturmwolken transportieren Wärme

          Entscheidend ist dabei offenbar die Wirkung der zuletzt um 35 Prozent je Dekade angewachsenen Emissionen von Schwefelaerosolen und der nicht minder drastisch gestiegenen Rußpartikelmengen. Wie die Forscher in den „Proceedings“ der amerikanischen Nationalen Akademie berichten, absorbieren die Partikeln verstärkt Wärme und führen, wenn sie sich derart in der Luft anreichern wie in Asien, speziell im Winter zu einer Umwandlung der großräumigen Sturm- und Gewitterwolken über dem Nordpazifik.

          Es bilden sich kleinere, aber dichter gepackte Regentropfen, die hoch in die Atmosphäre aufsteigen und verzögert zwar, dafür aber umso gewaltiger Gewitterstürme erzeugen können. Hinzu kommt, dass die in den Wolken gespeicherte zusätzliche Energie mit den Sturmbahnen über dem Pazifik weiter nach Nordosten transportiert wird, wo sie womöglich entscheidend zur Erwärmung der Polarregion beiträgt.

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