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Die „Klimaskeptiker“ antworten : Wir müssen Urängste relativieren

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Stichwort Klima: ein ideologischer Streit ist entbrannt Bild: dpa

Der Klimaforscher Stefan Rahmstorf hat in einem F.A.Z.-Beitrag das Vorgehen und die Motive der so genannten Klimaskeptiker scharf attackiert. Nun wehren sich die Angegriffenen gegen einen „Untergangsterror“.

          Im Schatten einer Klimapolitik, die dabei ist, die sozialen und ökonomischen Bedingungen der Welt grundlegend umzugestalten, ist ein ideologischer Streit entbrannt: Darf man die Gründe und Vorhaben des Klimaschutzes überhaupt noch in Frage stellen? Der Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf hat in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Siehe: Stefan Rahmstorf: Alles nur Klimahysterie?) das Vorgehen und die Motive der sogenannten Klimaskeptiker scharf attackiert und als unmoralisch bezeichnet. Nun antworten ihm die Angegriffenen.

          Der Klimaforscher Stefan Rahmstorf ist ein sehr erfolgreicher Mann. Sein Sieg auf allen Kanälen der öffentlichen Meinungsbildung ist total. In allen Talkshows trat er schon auf, in Radio, Funk und Fernsehen ist er omnipräsent. Der Klimaforscher am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung ist ein Medienstar. Er kann sich aussuchen, wo er auftritt, und er tritt nur dort auf, wo man seiner Meinung ist oder zumindest so tut. Selbst Energiekonzerne und Autokonzerne buchen ihn, voller Zerknirschung, damit er ihnen die Computercharts des kommenden Untergangs präsentiert.

          Die Kanzlerin lauscht ihm, die Verbände, die Lobbys. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung erhält jährlich 6,4 Millionen Euro aus Bundes- und Landesmitteln und weitere 3,3 Millionen aus anderen Quellen, über die keine Angaben gemacht werden. Es ist ein eingetragener Verein, der Direktor des Instituts, Hans Joachim Schellnhuber, der Bundesregierung als Klimaberater verpflichtet.

          Klimaforscher Stefan Rahmstorf

          Eine „schwarze Liste“

          Stefan Rahmstorf könnte seine heilige Mission in der Klimafrage also für beendet und gelungen erklären. Aber es reicht noch nicht. Noch sind da draußen ein paar Störer am Werk, Nörgler, Querulanten, Miesmacher, Zweifler. Dieses hoffnungslos verirrte und verwirrte Häuflein, so Rahmstorf in der F.A.Z., könnte durch Verharmlosung und Widerrede womöglich den großen, den ganz großen Konsens verhindern. Den Endsieg in der Klimadebatte.

          Rahmstorf ist seit Jahren unter Journalisten dafür bekannt, dass er über Chefredaktionen oder Herausgeber versucht Druck auszuüben und ihm nicht genehme Berichterstattung zu unterbinden. Er führt, das hat er in der Wochenzeitung „Die Zeit“ stolz zu Protokoll gegeben, eine „schwarze Liste“ von Journalisten, die sich nicht seiner Meinung unterordnen, sondern ihren Beruf ernst nehmen: eigenständig recherchieren. Wissenschaftler, die nicht seiner Meinung sind, müssen mit Angriffen auf ihre Person rechnen. Gerne bezichtigt er sie der Nähe zu Wirtschaftsunternehmen - unter anderem in einer Publikation, die pikanterweise von der Münchner Rückversicherung finanziert wurde. Nun hat er seinen dort publizierten Aufsatz „Die Klimaskeptiker“ um einige Namen erweitert.

          Dass es wärmer wird, kann man messen

          Die Autoren dieser Zeilen werden in dem Beitrag als Teil einer finsteren Verschwörung geoutet, die Klimaschutzmaßnahmen verhindern. Es ist ein heiliger Krieg, ein Dschihad, den Rahmstorf da führt. Und es werden keine Gefangenen gemacht: Er reißt Zitate aus dem Zusammenhang, streicht, lässt weg - damit seine Weltuntergangsankündigung nicht in Gefahr gerät. Um auf all dies sachlich einzugehen, fehlt hier der Raum, wir haben deshalb eine Seite mit Richtigstellungen ins Internet gestellt (www.achgut.de).

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