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Antarktis : Riesige Fläche bricht vom Eisschelf ab

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Hellblau schimmert die brüchige Region im Schelfeis (Bildmitte) Bild: AP/NSIDC

Ende Februar zeigten sich die Vorboten. Ein kleineres Stück löste sich vom Wilkins-Eisschelf an der südwestlichen antarktischen Halbinsel. Inzwischen sind Hunderte Quadratkilometer Eisfläche brüchig geworden.

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          Ausgelöst durch den Klimawandel ist nach Angaben von Wissenschaftlern in der Antarktis ein gigantisches Teilstück aus dem Schelfeis gebrochen. Während es nach Angaben des britischen Eis-Forschers David Vaughn häufiger vorkomme, dass Eisberge abbrechen, seien große Zusammenbrüche sehr selten.

          Wie das amerikanische Eis- und Schneedatenzentrum (NSIDC) an der Universität von Colorado am Dienstag in Boulder mitteilte, brach am 28. Februar zunächst ein 41 mal 2,5 Kilometer großer Eisberg von der Südwestseite des Wilkins-Schelfeises ab. Dadurch ausgelöst sei dann eine Eisfläche von 405 Quadratkilometern auseinander gebrochen - das entspricht in etwa der Größe der kroatischen Ferieninsel Krk. Nur ein dünner Streifen intakten Eises verhindere noch, dass es zu weiteren Abbrüchen an dem insgesamt mehr als 13.000 Quadratkilometer großen Eispanzer komme.

          Hoffnung auf Erholung im kommenden Winter

          David Vaughn hatte damit gerechnet, dass diese Entwicklung erst in 15 Jahren eintrete. Der Umstand, dass nun der antarktische Sommer ende, gebe aber Hoffnung, dass sich das Schelfeis in den kommenden Monaten etwas erholen könne. Noch größere Stücke als jetzt waren bisher in Jahren 2002 und 1995 aus dem ewigen Eis in der Südpolregion gebrochen.

          Lage und Entwicklung des aktuellen Eisabbruchs

          Das Wilkins-Schelfeis liegt rund 1000 Kilometer vor der Südspitze Südamerikas auf der südwestlichen antarktischen Halbinsel. In den vergangenen 50 Jahren sei in der Region mit durchschnittlich einem halben Grad Celsius alle zehn Jahre der stärkste Temperaturanstieg weltweit verzeichnet worden, hieß es. „Wir glauben, dass das Wilkins-Schelfeis schon seit mindestens ein paar hundert Jahren an dieser Stelle liegt. Aber warme Luft und die Einwirkung der Meeresbrandung verursachen ein Abbrechen“, erläuterte der führende NSIDC-Wissenschaftler Ted Scambos.

          Gefahr für Wal- und Pinguin-Bestände

          Das schmelzende Antarktis-Eis gefährdet nach Ansicht des Polarexperten Arved Fuchs auch den Bestand von Pinguinen und Walen. Die Meereserwärmung am Südpol - ausgelöst durch den Klimawandel - sei mit großer Wahrscheinlichkeit Ursache für die Veränderungen der Eisfläche, meinte der Expeditionsleiter, der häufig am Nordpol war, aber auch die Antarktis kennt. „Das ist eine riesige Fläche, die da aus dem antarktischen Schelfeis abgebrochen ist“, sagte Fuchs am Mittwoch. Auswirkungen auf die sehr sensible Nahrungskette der Tiere dort seien zu befürchten.

          „Wale und Pinguine ernähren sich von Krill - einer Kleinkrebs-Art, die in antarktischen Gewässern in gigantischen Mengen auftritt. Wenn das Eis schmilzt, gibt es weniger Algen, die unter dem Eis wachsen und damit auch weniger Krill“, betonte der Abenteurer und Buchautor aus dem schleswig-holsteinischen Bad Bramstedt. Seriöse Aussagen darüber, ob und wann weitere Eisflächen abbrechen, könne man derzeit aber noch nicht machen. Die Antarktis und die Veränderungen dort seien bisher viel weniger erforscht als der Nordpol. Arved Fuchs gehört zu den Referenten eines dreitägigen Extremwetter-Kongresses, der am Mittwoch in Hamburg begann.

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