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Antarktis : Nahrhafte Eisberge

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Die Eisberge im Weddell-Meer werden immer zahlreicher Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Durch die Klimaerwärmung nimmt die Zahl der Eisberge im antarktischen Meer zu. Das verbessert auch die Nährstoffversorgung der Meeresorganismen. Denn die Eisberge bringen diese Substanzen vom Land mit. Auch auf den Kohlendioxid-Kreislauf hat das Auswirkungen.

          An der Küste der antarktischen Halbinsel sind in den vergangenen Jahrzehnten infolge der Klimaerwärmung große Eisschollen abgebrochen. Dadurch hat die Zahl der Eisberge im Weddell-Meer deutlich zugenommen.

          Manche dieser Eisberge sind nur einige Meter groß, andere mehrere hundert Kilometer. Amerikanische Forscher haben jetzt untersucht, wie sich diese Gebilde auf die Organismengemeinschaft auf hoher See auswirken. Dabei zeigte sich, dass Eisberge mitunter Brennpunkte marinen Lebens sind.

          Eisberge begünstigen das Algenwachstum

          Die Forscher um Kenneth Smith vom Monterey Bay Aquarium Research Institute in Moss Landing (Kalifornien) haben während des antarktischen Frühlings im Weddell-Meer zwei schmelzende Eisberge genauer unter die Lupe genommen. Wie sie online in der Zeitschrift „Science“ berichten, war das Wasser rings um diese herum mit Substanzen angereichert, die vom Land stammen. Damit einher ging eine verbesserte Nährstoffversorgung.

          Im Umkreis von knapp vier Kilometern fand sich eine erhöhte Konzentration an Plankton pflanzlicher und tierischer Art - etwa Krill -, und auch Seevögel wurden in größerer Zahl beobachtet. Rund 40 Prozent der Fläche des Weddell-Meeres dürften auf diese Weise beeinflusst werden. Indem die Eisberge das Algenwachstum begünstigen, fördern sie die Fixierung von Kohlendioxid aus der Luft. Das ist, wie die Forscher schreiben, bisher bei der Berechnung des globalen Kohlenstoff-Kreislaufs nicht berücksichtigt worden.

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