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Cannabis-Konsum : Kiffen vergiftet die kreativsten Köpfe

  • -Aktualisiert am

Cannabis sorgt bei Studenten für schlechtere Noten: Forscher wollen das in einer groß angelegten Studie nachgewiesen haben. Bild: dpa

Berlin, Hamburg - die Freigabe von Cannabis wird vielerorts politisch forciert. Der medizinische und psychosoziale Preis ist allerdings hoch. Ihn zahlen die Jungen.

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          Die politischen, ökonomischen und juristischen Gründe für die Legalisierung von Cannabis mögen viele überzeugen. Sie lassen aber die Risiken des nichtmedizinischen Gebrauchs dieser Droge in den Hintergrund treten. Beispiele dafür kennt die Wissenschaft inzwischen viele. So wie jenen Kunststudenten, der mich vor einigen Jahren aufsuchte, weil er seine Einfälle nicht umsetzen konnte. Er hatte einige Schriften von mir über Kreativität gelesen und meint ich könne ihm ein paar Tipps geben. Nach guten Schulleistungen und der Aufnahme in eine Stiftung für besonders Begabte blieb er weit unter seinen Möglichkeiten. Er konnte seine Einfälle nicht festhalten und einmal ausgewählte Ideen nicht umsetzen. Leichte Konzentrations- und Antriebsstörungen fielen ihm selbst auf. Er kam aber nicht auf die Idee, dass dies etwas mit seinem jahrelangen Cannabiskonsum zu tun haben könnte. Er ließ sich auf einen Abstinenzversuch ein. Es dauerte einige Monate, bis er wieder gezielt arbeiten konnte. Dann absolvierte er sein Examen mit Auszeichnung, erhielt eine Dozentenstelle, und seine Kunstwerke finden mittlerweile Anerkennung. Nach fünf Jahren fasst er rückblickend zusammen: „Marihuana beruhigt und entspannt. Aber genau das macht auch unproduktiv. Wenn ich Cannabis konsumierte, war ich vollkommen unkreativ, aber es quälte mich nicht.“ Er fügte hinzu: „Viele meiner Kommilitonen sind auf der Strecke geblieben: Schlichte Lustlosigkeit, aber auch Depressionen und Ängste und am schlimmsten sind die Psychosen.“

          Bau dein Cannabis doch selbst an: Die Verschreibung von Cannabis als Schmerzmittel hat immer noch Tücken.
          Bau dein Cannabis doch selbst an: Die Verschreibung von Cannabis als Schmerzmittel hat immer noch Tücken. : Bild: dpa

          Solche Beispiele aus der Praxis sind mehr als Anekdoten, denn sie untermauern die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien. Cannabis kann medizinisch bei einigen Krankheiten angebracht sein, und viele Personen konsumieren jahrzehntelang Marihuana ohne offensichtliche Beeinträchtigungen. Sie äußern sich werbewirksam öffentlich über die wohltuenden Effekte. Diejenigen Konsumenten, die schwer geschädigt werden, erscheinen seltener in den Medien. Dies ist einer der vielen Gründe, warum die negativen Wirkungen nicht ausreichend bekannt sind.

          An prominenter Stelle finden sich auch gezielte Fehlinformationen. In Wikipedia wird behauptet, dass hirnorganische Veränderungen nicht nachgewiesen wurden. Auch der Zusammenhang von Cannabiskonsum mit schizophrenen Psychosen wird bezweifelt. Ähnliches findet sich beim zweiten Google-Treffer, dem Deutschen Hanfverband. Auch hier wird behauptet, dass länger andauernde schizophrene Psychosen, die bei einem Prozent der Bevölkerung aufträten, bei Cannabiskonsumenten mit 1,2 Prozent nur geringfügig häufiger vorkämen. Dies wäre allerdings eine beträchtliche Steigerung auf 160 000 Erkrankte (*) mehr allein in Deutschland. Die in angesehenen Fachzeitschriften veröffentlichten Studien vermitteln dementsprechend ein weniger harmloses Bild.

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