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Korallenriffe in der Karibik : Das sterbende Paradies

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Intakte Korallenriffe werden immer seltener. Vor allem die Riffe in der Karibik sind bedroht. Ein wesentlicher Grund ist Überfischung Bild: Catlin Seaview

Die Korallenriffe in der Karibik sind vom Aussterben bedroht. Schuld hat nicht der Klimawandel, sondern die Überfischung. Doch noch ist eine Rettung möglich.

          Die meisten Korallenriffe in der Karibik drohen nach Erkenntnissen von Meeresforschern in den nächsten 20 Jahren abzusterben. Schuld seien jedoch weniger die Folgen des Klimawandels als vielmehr der Rückgang an Papageifischen und Seeigeln, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Internationalen Naturschutzunion (IUCN).

          Mehr als die Hälfte der Korallenriffe in der Karibik sind der Studie zufolge seit 1970 verschwunden. „Die Geschwindigkeit, mit der die Korallenriffe verschwinden, ist alarmierend“, sagte der IUCN-Direktor für Meeres- und Polarforschung Carl Gustaf Lundin. Bislang sei dafür vor allem der Klimawandel verantwortlich gemacht worden. Langzeituntersuchungen an 90 karibischen Korallenriffen zeigten aber, dass besonders der Verlust an Weidegängern diesen komplexen maritimen Ökosystemen zu schaffen mache. Weidegänger grasen unter Wasser auf großen Flächen Pflanzen ab, vor allem Algen.

          Massenfischfang gefährdet Korallen

          Die Wissenschaftler nennen aber auch Wege, die Hoffnung auf Erhaltung der Korallenriffe machen. Die Populationen der Papageifische und Seeigel müssten wieder vergrößert werden. Gebiete, in denen Papageifische noch gut geschützt sind, hätten weitgehend gesunde Korallenriffe. Dazu gehören Schutzgebiete im Golf von Mexiko sowie vor Bermuda und Bonaire. Tragische Rückgänge der Korallenriffe gebe es jedoch an Stellen, an denen Massenfischfang betrieben wird. Hierzu zählen vor allem weite Teile Floridas sowie Jamaika und die Virgin Islands. Deshalb müssten vor allem diese Gebiete vor einer Überfischung geschützt werden.

          Die Karibik beherbergt neun Prozent der weltweiten Korallenbestände. Durch ihre Nutzung für den Tourismus sowie für die Fischerei sind sie bislang noch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Laut IUCN tragen sie so wesentlich zum Lebensunterhalt von 43 Millionen Menschen bei.

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