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Europäische Umfrage : Die totale Vernetzung?

Virtuelle Welten als das neue große Ding? Dabei wird es nicht bleiben. Bild: dpa

99,4 Prozent aller Dinge sind nicht miteinander verbunden. Doch im „Internet der Dinge“ soll jeder und alles vernetzt sein. Haben Sie Angst vor einem vieldimensionalen digitalen Raum? Vor Überwachung? FAZ.NET startet eine Bürgerbefragung.

          Es soll die „vierte Industrielle Revolution“ werden: Die totale Vernetzung von heute drei auf acht Milliarden Menschen. Das „Internet of Everything“ soll Menschen, Maschinen, Parlamente, Kliniken, Straßen, Geldbeutel umfassen – es kann intelligent verbinden, virtuell vereinen und das alles in Datenströmen von bald mehr als einem Megabit pro Sekunde. An dieser Zukunft basteln sie alle, die Großen und Reichen der digitalen Transformation, seien es Facebook, SpaceX, Google, Qualcomm oder Virgin.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Was aber wird das „Next Generation Internet“ an Risiken  und potentiellen Kollateralschäden bereit halten, was müssen wir an neuen Überwachungsmöglichkeiten durch Dritte fürchten, wie steht es dann um Netzneutralität? Im Juni wird die Europäische Kommission dazu einen großen IT-Gipfel in Brüssel veranstalten. Im Vorfeld  starten die von der EU unterstützte und Frankreichs Ex-Präsident Giscard D'Estaing ins Leben gerufene Öffentlichkeitsplattform „REIsearch“ eine Online-Umfrage-Kampagne, um die Meinung von EU-Bürgern und Fachleuten zu hören. Wir werden als eines von acht nationalen Medienunternehmen den vierteiligen deutschsprachigen Fragebogen mit den entsprechenden Links in den kommenden Wochen auf unserer Webseite präsentieren.

          Hier geht es zum Online-Fragebogen „The Next Generation Internet“

          „Unsere Politiker befinden sich im Blindflug“, so hört es sich an, wenn zwei der profiliertesten amerikanischen IT-Experten über den Fortgang der digitalen Revolution nachdenken. In „Nature“ haben sie vor wenigen Tagen auf den Nenner gebracht, was in einer für sie alarmierenden neuen Bestandsaufnahme der drei Nationalen Wissenschaftsakademien nachzulesen ist: dass die Eroberung der Arbeitswelt durch digitale Agenten und lernende, automatisierte Maschinen einen beispiellosen Umbruch bewirkt – mit Folgen bis in die kleinsten Strukturen. Dass das Einkommen der Lohnempfänger auf der unteren Hälfte der Lohnskala in den Vereinigten Staaten seit 1999 stagniert, eine schmale Hochverdiener-Elite aber massiv profitiert, rechnen die Akademien „zu einem beträchtlichen Teil“ der Automatisierungswelle zu.

          Wie groß genau dieser Anteil ist, vor allem aber wie viel die Digitaltransformation künftig an Veränderungen bringt, das konnten die Akademien nicht ermitteln – mangels Daten paradoxerweise. Klar ist: Der Weg zum „Internet of Everything“, zur totalen Vernetzung von Menschen, Prozessen und Geräten, beschleunigt sich weiter. Heute sollen noch 99,4 Prozent der physikalischen Objekte unvernetzt sein – noch. Um jedoch zu wissen, wie es weitergeht, was die Menschen und die Entscheider anstreben, fehlt es an verlässlichen Informationen. Das ist auch in Europa nicht anders.

          Hier wie dort sucht man nun nach „integrierten Informationsstrategien“.  Es geht um einen Blick voraus. Im Detail wird in der „REIsearch“-Kampagne nach den erwarteten Folgen für die Wirtschaft gefragt, nach den Einstellungen zu sozialen Medien, nach dem Einfluss von intelligenten Maschinen und der zunehmenden Verschmelzung von Online- und Offline-Alltag. Die Meinungen der Bürger werden in einen Bericht einfließen, der dem Digitalkommissariat der EU vorgelegt wird.

          EU-Projekt „REIsearch“

          Die europäische Befragung zum „Next Generation Internet“ findet über die Plattform „REIsearch“ statt, die im Rahmen einer Non-Profit-Initiative in Brüssel ins Leben gerufen wurde. Sie vernetzt Bürger, Forschungsinstitutionen und nationale Medien aus acht europäischen Ländern. Aus Deutschland ist die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, F.A.Z., beteiligt. Die EU-Kommission, die das Projekt fördert, sieht die Plattform als Chance, mit den Mitteln moderner Medien ein Meinungsbild darüber zu gewinnen, was man in Europa über die Rolle von Regierungen, öffentlichen Körperschaften, Privatindustrie und der Bürger selbst zur Gestaltung des „Next Generation Internet“ denkt.

          Nach dem Debüt im Jahr 2016 zum Thema chronische Krankheiten, die die Beteiligung von über 60.000 Europäern erlebte, konzentriert REIsearch seine Arbeit in diesem Jahr darauf, welche Entwicklung des Internets die Europäer in den nächsten zehn Jahren gern sehen möchten. REIsearch wurde als eine Brücke konzipiert, um Bürger, Forscher und politische Entscheidungsträger zu Themen der wissenschaftlichen Forschung und den gesellschaftlichen Herausforderungen, mit denen Europa in den kommenden Jahren konfrontiert sein wird, zu verbinden.

          Mehr Informationen und Zugang zum Sociall-Media-Netz von  „REIsearch“  erhalten Sie auf: https://www.facebook.com/REIsearchEU

           

           

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