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Klarer, nicht nur einfacher : Von der Kunst, Forschung zu illustrieren

Der deutsche Zoologe Ernst Haeckel war ein früher Verfechter der Evolutionstheorie und machte im 19. Jahrhundert selbst Seescheiden zu „Kunstformen der Natur“. Bild: Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (GR2 ZOOL VI, 3904 RARA, Taf. XVIII)

Ohne Grafiken, Zeichnungen oder Fotos wäre die Welt der Wissenschaft kaum zu begreifen. Wie aber lassen sich Ökosysteme, die Quantentheorie oder Genetik verständlich darstellen?

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          Wer hat sie in den vergangenen zweieinhalb Jahren nicht immer wieder gesehen, diese graue Kugel mit den roten Spitzen und kleinen orangen Noppen auf einer rauen Oberfläche? Das Bild ging um die Welt: mittels Elek­tronenmikroskop erzeugt, teils eingefärbt und von den amerikanischen Gesundheitsbehörden, Centers for Disease Control and Prevention, veröffentlicht. Die Strukturen darauf, besonders die in Rot gehalten Spikes, haben sich so gut eingeprägt, dass wir wohl alle eine Skizze anfertigen könnten, auf der SARS-CoV-2 zu erkennen wäre. So ist es keine Überraschung, dass sich dieses Bild des Coronavirus im Kapitel zum 20. Jahrhundert „and beyond“ wiederfindet, wenn sich ein großformatiges Buch auf mehr als 400 Seiten der Geschichte der wissenschaftlichen Illustrationen widmet.

          Sonja Kastilan
          Redakteurin im Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Hoffnung, die Autorin Anna Escardó hätte in Zusammenarbeit mit Julius Weidemann im Kölner Taschen Verlag jetzt ein Werk herausgebracht, das tatsächlich alle wichtigen wissenschaftlichen Grafiken oder Zeichnungen seit dem 15. Jahrhundert vereint, kann beim besten Willen nicht erfüllt werden. Sie musste Mut zur Lücke beweisen, und die Auswahl von immerhin mehr als 300 Abbildungen dürfte nicht leichtgefallen sein, wovon wiederum nur ein Bruchteil auf dieser Seite zu sehen ist. Sich auf nur wenige historische Beispiele aus Medizin und manchen Naturwissenschaften zu beschränken, sich gegen sehr viele andere entscheiden zu müssen, das verlangte nach Kriterien fern der Objektivität.

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