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Indigene Völker : Hoffnungsträger im Kampf gegen den Klimawandel

  • -Aktualisiert am

Wächter des Waldes: Indigene Gemeinschaften, zu denen Antonio Enésio Tenharin aus dem Süden des Bundesstaates Amazonas zählt, kämpfen gegen Abholzung und Brandrodung. Bild: dpa

Indigene haben endgültig die Bühne der Welt erklommen, als auf dem Klimagipfel ihre Rolle als Wächter des Waldes anerkannt wurde. Aber nichts ist gewonnen, so lange sie nicht die Rechte erhalten, die ihnen zustehen. Ein Gastkommentar.

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          Indigene Völker sind die Wächter der Tropenwälder – und damit von Ökosystemen, die große Mengen Kohlenstoff speichern. Auf dem UN-Klimagipfel COP26 in Glasgow standen Indigene erstmals bei einer so gewaltigen Umweltkonferenz der Vereinten Nationen mit im Zentrum. Das war an sich schon ein Novum, ebenso wie die Höhe der Gelder, mit denen in den kommenden Jahren die Abholzung der Tropenwälder gestoppt werden soll, damit sie nicht länger den Klimawandel, den Verlust der biologischen Vielfalt und das Pandemierisiko anheizt. Die Zusage des öffentlichen und privaten Sektors, 19 Milliarden Dollar zur Verfügung zu stellen, um das Investmentgeschäft zu reformieren und Produkte aus Abholzung aus den Lieferketten zu beseitigen, gehörte zu den großen und erfreulichen Glanzlichtern der COP26.

          141 Regierungen, darunter die USA, Brasilien, Deutschland und China, haben zudem eine Erklärung unterzeichnet, in der sie sich verpflichten, die Landrechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften zu respektieren und anzuerkennen. Damit erkannten sie auch die klare wissenschaftliche Evidenz an, dass Indigene äußerst kompetent darin sind, die Zerstörung wertvoller Ökosysteme zu verhindern.

          Doch inmitten der Freude über Fortschritte mahnten indigene Anführer in Glasgow zur Vorsicht. Es bleibe abzuwarten, sagte einer von ihnen, ob Indigene nur als Kulisse für einen Fototermin genutzt wurden oder ob diese COP als historischer Moment für die indigenen Völker und den Planeten in die Geschichte eingehen werde.

          Passagen aus der Glasgow-Erklärung der Staats- und Regierungschefs zu Wäldern und Landnutzung illustrieren, warum Zweifel begründet sind. Die Unterzeichner haben in ihre Erklärung zum Schutz indigener Völker und Lebensweisen nämlich durch eine Formulierung ein riesiges Loch gerissen. Die Anerkennung Indigener gebe es „in Übereinstimmung mit der einschlägigen nationalen Gesetzgebung und internationalen Instrumenten, soweit dies angemessen ist“, steht da zu lesen. Jede Regierung kann also selbst definieren, was „angemessen“ ist.

          In Kohlenstoff-Markt künftig einbezogen

          Da sie als starke Kohlenstoffsenken dienen, werden die Tropenwälder indigener Gemeinschaften wahrscheinlich in jeden Kohlenstoffmarkt einbezogen. Aktivisten haben in Glasgow während der Klimaverhandlungen versucht, auf stärkere Rechte für die Indigenen bei diesen Transaktionen zu drängen, einschließlich des Rechts, naturbasierte Lösungen zu entwickeln und ihre Durchführung zu kontrollieren, da sie sich auf ihre Territorien auswirken. Sie haben dabei das Argument vorgebracht, dass ihre Wälder besser als Kohlenstoffspeicher dienen, wenn ihre Rechte gewahrt werden. Der endgültige Text des Klimaabkommens nimmt zwar Bezug auf die Rechte indigener Gemeinschaften, bietet ihnen aber nur wenig Kontrolle über die Umsetzung der Vorschläge.

          Weltweit gehören 370 bis 500 Millionen Menschen zu indigenen Völkern. Studien haben klar gezeigt, dass die Abholzungsrate in den Gebieten, die sie seit jeher bewohnen und bewirtschaften – einschließlich vieler riesiger Tropenwaldgebiete in Indonesien, dem Amazonasbecken, dem Kongo und Mittelamerika –, erstaunlich niedrig ist und die biologische Vielfalt hoch bleibt. Die indigenen Völker haben sich als wirksame Verwalter dieser Gebiete erwiesen, die es verstehen, nachhaltig in den Wäldern zu leben und sie gleichzeitig vor Abholzung und anderen Formen der zerstörerischen Ausbeutung zu schützen.

          Klimaschutzlösungen, die in der Natur verwurzelt sind, also auf der natürlichen Kraft von Ökosystemen aufbauen, Kohlenstoff zu speichern, sind äußerst erfolgversprechend. Deshalb werden sie in der Abschlussdeklaration auch beschrieben und eingefordert. Der Erfolg solcher Lösungen hängt aber eng damit zusammen, dass diese Ökosysteme weiter von indigenen Gemeinschaften beschützt werden können.

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