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Heute in der Zeitung : Zweifel an einem Alltagsmedikament

  • Aktualisiert am

Die Seite N1 von „Natur und Wissenschaft“ heute. Bild: F.A.Z.

Neue Kritik am Schmerzmittel Paracetamol, Hirnforschung mit Schwerkriminellen, Big Data in der Zoologie, neue Erkenntnisse über Prionenkrankheiten - und noch mehr Themen aus dem Forschungs- und Medizinbetrieb in unserer Mittwochsbeilage „Natur und Wissenschaft“.

          Das Natura-Netz, ein Verbund von Schutzgebieten, sichert europaweit Lebensräume - doch wie lange noch? Wir berichten außerdem über Sender, mit denen man Wildtiere begleiten kann. Sie sind so kompakt und vielseitig geworden, dass ein „Golden Age“ des Tier-Trackings beginnt. Wissenschaftler erkunden außerdem immer genauer, was die Grundlagen des „Bösen“ im Gehirn sein könnten. Schafft man es mit Neurofeedback-Methoden, schwer kriminelle, reuelose Psychopathen umlernen zu lassen? Das Alltagsmedikament Paracetamol erlebte seit den fünfziger Jahren einen rasanten Aufstieg weltweit als Schmerzmittel und Fiebersenker. Doch immer wieder kratzten Studien an seinem Image. Denn Paracetamol ist stark lebertoxisch, Überdosierungen sind riskant. Redakteurin Christina Hucklenbroich stellt eine Studie vor, die zeigt, dass Paracetamol erstaunlicherweise in verschiedenen europäischen Ländern unterschiedlich gefährlich für die Bevölkerung ist. Sind genetische oder kulturelle Faktoren der Grund? Und müsste das Mittel rezeptpflichtig werden?

          Hier Auszüge aus dem Artikel:

          „Nachdem klar war, dass Acetanilid eine schwere Nebenwirkung mit sich brachte, die zur Sauerstoffunterversorgung führende Methämoglobinämie, wurde das Präparat mehrfach verändert. In den Labors der Jahrhundertwende entstanden diverse Weiterentwicklungen, darunter auch Paracetamol, das seinen globalen Siegeszug aber erst in den fünfziger Jahren antrat. Sein Aufstieg hing maßgeblich damit zusammen, dass Phenazetin, ein anderes früh entwickeltes Derivat des Acetanilid, in der Nachkriegszeit für massenhafte Nierenerkrankungen in der Schweiz gesorgt hatte, wo es bei Frauen zur Mode geworden war, die Pillen zum Nachmittagskaffee einzunehmen wie Bonbons. Paracetamol löste das Skandalpräparat ab und wurde zum neuen Hoffnungsträger unter den Kopfschmerz- und Fiebermitteln.

          Doch bis heute kratzen Studien auch am Image dieses Medikaments – vor allem seiner massiven Lebertoxizität wegen. „Viele Experten glauben, dass Paracetamol heute keine Marktzulassung bekommen würde“, schreiben Brune und seine Mitautoren im „European Journal of Pain“. Sie verweisen unter anderem auf neuere Studien, die einen Zusammenhang mit Asthma und verminderter Fruchtbarkeit bei Kindern nahelegen, deren Mütter in der Schwangerschaft Paracetamol genommen haben. Und in diesen Tagen wirft eine weitere Untersuchung einen dunklen Schatten auf das rezeptfreie Alltagsmedikament. Im „British Journal of Clinical Pharmacology“ veröffentlichte ein internationales Autorenteam um die Pharmakologin Sinem Ezgi Gulmez von der Universität Bordeaux gerade die Ergebnisse einer Studie, für die in sieben europäischen Ländern erfasst worden ist, wie oft Lebertransplantationen mit akutem Leberversagen durch Paracetamolüberdosierung zusammenhingen. (...)“

          Der  vollständige Artikel ist  in der Mittwochsbeilage „Natur und Wissenschaft“ der F.A.Z. zu lesen.

          Die Seite N2 von „Natur und Wissenschaft“ heute.

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