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Heizen mit Holz : Der Qualm der Krise

„Dem Rauche gleich, der stets nach kältern Himmeln sucht.“ So sah sich einst Nietzsche. Aber Otto Normalverbraucher hat es halt gerne warm und gemütlich. Bild: dpa

Das Gas ist teuer, die Sorgen groß – und nun? Das Naturprodukt Holz aus der Region zu verfeuern, klingt umweltfreundlich und nachhaltig. Tatsächlich ist es aber weder das eine noch das andere.

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          Ungewöhnlich früh kommt in diesem Jahr das Bedürfnis auf, die Heizung aufzudrehen. Doch Gas und Öl sind teuer geworden, und so horten viele Deutsche wie besessen Holz. Ofenbauer sind für Monate ausgebucht und Holzscheite knapp – die Menschen kaufen, was sie in die Finger kriegen. Was dann in den elf Millionen Holzöfen im Land in Rauch aufgeht, bereitet Umweltforschern und Medizinern, aber auch Klimaexperten große Sorgen. Dem Land droht womöglich der dreckigste Winter seit Jahrzehnten.

          Andreas Frey
          Freier Autor in der Wissenschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wer die Energiekrise riechen will, muss abends nur vor die Tür treten. Rauchschwaden breiten sich in den Wohnvierteln aus. Achim Dittler kritisiert das nicht nur aus olfaktorischen Gründen. Der Aerosolforscher vom Karlsruher Institut für Technologie befasst sich seit Jahren mit Gasreinigung und Luftreinhaltung. Das Verfeuern von Holz ist in seinen Augen ein Frevel an Umwelt und Gesundheit. Kein Brennstoff setze – bezogen auf den Energiegehalt – mehr Schadstoffe frei.

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