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Großmutter-Theorie : Warum Oma die Allergrößte ist

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Auch der Schwertwal-Großmutter kommt in der Gruppe eine wichtige Aufgabe zu Bild: Picture-Alliance

Umweltfaktor Oma, und mal ganz ernst gemeint: Wie die Großmutter unser aller Leben, vor allem das der Frauen und Enkel prägt, erkundet man am besten evolutionsbiologisch.

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          Die Wechseljahre sind evolutionsbiologisch betrachtet ein Rätsel: Warum weiterleben, wenn die Fruchtbarkeit versiegt? Schließlich sind Nachkommen das Ziel allen irdischen Seins – so kann man zumindest die Evolutionstheorie auslegen. Und tatsächlich pflanzt sich die große Mehrheit aller bekannten 6399 Säugetierarten auch bis zum Ende fort. Lediglich 0,07 Prozent durchlaufen das Klimakterium und leben danach noch Jahrzehnte weiter: der Mensch und vier Zahnwalarten, darunter der große Schwertwal.

          Eine Hypothese, die das seltene Phänomen erklärt, ist der sogenannte Großmuttereffekt, für den es beim Menschen einige Belege gibt: Indem Großmütter ihre Familien unterstützen, tragen sie zum Überleben ihrer Enkel bei und sorgen so für die Verbreitung ihres genetischen Erbes. Inwieweit diese Erklärung auch für Wale zutrifft, war bislang unklar.

          Nun konnte ein internationales Forscherteam den Großmuttereffekt auch bei Schwertwalen nachweisen. Großmütter verbessern die Überlebenschancen der Kleinen. Am größten ist der Effekt bei Großmüttern, die sich nicht mehr vermehren. Die Biologen analysierten die Daten aus 36 Jahren, die das Center for Whale Research in den Vereinigten Staaten zusammen mit der kanadischen Regierungsbehörde von zwei großen Schwertwalpopulation vor der Nordwestpazifikküste gesammelt hatte.

          Schwertwale leben meistens in Familienverbünden von bis zu vierzig Tieren. Um die Entstehung der Menopause erklären zu können, muss man nicht nur herausfinden, warum Großmütter so lange leben, sondern auch, warum sie aufhören sich fortzupflanzen. Laut Studie können fortpflanzungsaktive Großmütter nicht das gleiche Maß an Unterstützung bieten wie sich nicht mehr vermehrende Großmütter. Frühere Forschungen haben gezeigt, dass Großmutter-Schwertwale eine besondere Rolle übernehmen: Sie leiten die Gruppe und sind besonders erfahren, wenn es darum geht, Chinook-Lachse aufzustöbern, die Hauptnahrung der Schwertwale. Die Forscher spekulieren nun, dass Großmütter ohne eigene Kälber sich besser um ihre Enkel kümmern, weil sie nicht in ihrem Bewegungs- und Aktivitätsmuster eingeschränkt sind und selbst nicht mehr säugen müssen. Sie können ihre Nahrung teilen.

          „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Schwertwal-Großmütter, die die Menopause durchlaufen haben, tatsächlich besser in der Lage sind, ihren Enkeln zu helfen. Diese Vorteile für die Familie können erklären, warum sich die Menopause wie beim Menschen entwickelt hat“, sagt der Verhaltensbiologe und britische Mitautor der Studie, Darren Croft von der University of Exeter. Zur Zeit sammeln die Forscher mit Hilfe von Drohnen weiteres Datenmaterial. Sie dokumentieren die direkten Verhaltensinteraktionen zwischen Großmutter-Schwertwalen und ihren Enkeln, um herauszufinden, wie genau diese für eine bessere Überlebenschance sorgen.

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