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Anklage von Nobelpreisträgerin : „Die Vernunft gebietet es, die Genschere im Ökoanbau zu nutzen“

  • -Aktualisiert am

Blick in ein Gewächshaus mit einer genetisch bearbeiteten Weizenpflanze der Sorte Taifun. Bild: Daniel Pilar

Schädlinge werden mit Pestiziden bekämpft, darunter leiden Natur und Artenvielfalt. Dabei gibt es längst eine nachhaltige Lösung: Genom-Editierung kann Pflanzen resistenter und gesünder machen – und ist dabei schneller als heutige Züchtung. Eine Vision.

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          Es ist höchste Zeit, Genom-Editierung für die Pflanzenzüchtung in Deutschland zu ermöglichen. Für die Entwicklung neuer Nutzpflanzensorten ist die „Crispr/Cas9“-Methode außerordentlich vielversprechend, allerdings hier in Deutschland und in der EU noch nicht wirklich zugelassen. Die Geschichte bei Pflanzen ist eine andere als in der Medizin: Obwohl in den Achtzigerjahren die Vorbehalte gegen Gentechnik im Bereich der Medizin ausgeräumt wurden, weil die Leistungsfähigkeit überzeugte, ist bis heute die Anwendung in der Landwirtschaft in Deutschland ein rotes Tuch. Und das, obwohl gentechnisch hergestellte Sorten in riesigem Ausmaß mit Vorteil in anderen Ländern angebaut werden und bisher noch kein einziger Fall eines durch solche Pflanzen verursachten direkten Schadens für Mensch, Tier und Umwelt nachgewiesen wurde. Dabei gebietet die Vernunft, gerade solche Züchtungen zuzulassen, weil sie, abgesehen vom wirtschaftlichen Nutzen durch höhere Erträge, einen sehr wichtigen Beitrag zum Naturschutz, zur Erhaltung der Artenvielfalt und zur Vermeidung des Insektensterbens leisten können. Dazu möchte ich ein wenig ausholen:

          Große Teile unseres Landes sind nicht natürlich – es sind reine Kulturlandschaften, in denen Nahrung für Mensch und Tier produziert wird. Die Kulturpflanzen sind hochgradig gezüchtet, das heißt vielfach mutiert, und in langjährigen Ausleseprozessen genetisch verändert, an hohe Erträge angepasst.

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