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Hetze im Netz : Wie sich hassgetriebene Nutzer im Internet organisieren

Mitarbeiter von Arvato in Berlin löschen für Facebook unerwünschte Inhalte. Bild: Gordon Welters/Laif

Wissenschaftler haben erforscht, wie sich Hetze und Lügen im Internet verbreiten. Sie ermittelten eine Million hassgetriebener Nutzer, die in 1400 Clustern organisiert und auf allen Plattformen aktiv sind.

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          Im Juli 1855 hat Michael Faraday nach einer Bootstour auf der Themse die Nase voll gehabt. Der Physiker war vom Unrat im Fluss geschockt. Er schrieb in einem Brief an die „Times“ von Fäkalien und gärenden Gefahren, sah die Ursache in der damals noch jungen Erfindung des Wasserklos, beklagte ihren Einbau in vielen Häusern und die ungefilterte Weiterleitung des Abwassers in den Fluss. Er forderte ein modernes Kanalisationssystem, andernfalls drohe London im eigenen Gestank zu ersticken.

          Stephan Finsterbusch

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Drei Jahre später waren seine Worte stinkende Realität. Ein heißer Sommer brütete über der Stadt deftige Gerüche, viele Bakterien und todbringende Krankheiten aus. Das House of Commons erwog schon den Umzug, als ein Regen das Drama beendete. Das Parlament ordnete den Bau neuer Abwassersysteme an und beseitigte eine viertel Million alter Sickergruben. Anderthalb Jahrhunderte nach Faradays Mahnung folgte der Physiker Neil Johnson dessen Spuren – nur hat er einen Dreck ganz anderer Art im Blick: den im Internet.

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