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Das Fach Volkskunde : Durchseucht von nationalistischer Ideologie

  • -Aktualisiert am

Museum für Thüringer Volkskunde in Erfurt Bild: ZB

Vor fünfzig Jahren beschlossen die deutschen Volkskundler, dass sie ihre Disziplin nicht mehr Volkskunde nennen wollen. Und so sucht das heutige Vielnamenfach weiter seine Identität.

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          Die Deutsche Gesellschaft für Volkskunde (dgv) hat einen Namen, der aus der Zeit gefallen ist. Die meisten Institutionen, die von der 1963 gegründeten Fachgesellschaft vertreten werden, haben die Volkskunde als Selbstbezeichnung gestrichen, und nur wenige Mitglieder bezeichnen sich noch selbstbewusst als Volkskundler. Der alte Name passt kaum mehr zum Selbstverständnis einer Disziplin, die schon vor fünf Jahrzehnten den Bruch mit ihrer volkskundlichen Vergangenheit vollzogen hat und sich seitdem als sozialwissenschaftlich und empirisch ausgerichtete Kulturwissenschaft des Alltags versteht. Deshalb beginnt die dgv auf ihrer Website gerade eine öffentliche Namensdebatte. Die Vorgeschichte dieser Diskussion begann vor fünfzig Jahren mit der „Falkensteiner Tagung“.

          Vom 21. bis 26. September 1970 trafen sich in der Heimvolkshochschule in Falkenstein im Taunus 46 Volkskundler, um darüber zu streiten, wie es mit ihrer Disziplin weitergehen sollte. Eingeladen hatte sie der damals vierzigjährige Frankfurter Professor Wolfgang Brückner. Vorausgegangen waren heftige Kontroversen, die über Flugblätter, Aufsätze und Diskussionspapiere ausgetragen wurden und auf einer legendären Tagung im Freilichtmuseum Detmold ein Jahr zuvor zu diversen Eklats geführt hatten.

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