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Theologie des Muezzinrufs : Bei diesem Tönen

  • -Aktualisiert am

Hoffentlich gibt es hier wirklich jemanden, der mein Signal hört und versteht: Vom Dach der 1957 eingeweihten Fazle-Omar-Moschee in der Wieckstraße im Hamburger Stadtteil Stellingen rief ein Muezzin schon im Mai 1961. Bild: picture-alliance / dpa

Nicht auf die Melodie oder den Text kommt es an, sondern nur auf das Ereignis der Schwingung. Wie der Glockenschall kann der Muezzinruf nicht auf eine objektive religiöse Bedeutung festgelegt werden.

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          In Krefeld rief der Muezzin zum Ramadan. Vom Minarett der Yunus-Emre-Moschee im Stadtteil Stahldorf erscholl im muslimischen Fastenmonat des Jahres 2021 weithin hörbar der Ruf zum Abendgebet. Jeden Freitag stand der Muezzin ­ – es ist dort der Imam der Moscheegemeinde selbst – auf dem ho­hen Balkon. In ein Mikrofon sang er die festgelegten arabischen Textzeilen und rief die muslimischen Gläubigen zum vierten Tagesgebet auf. Danach durfte das Fasten gebrochen werden.

          Den Moscheen in Deutschland ist eine derartige Beschallung des öffentlichen Raums eigentlich untersagt. Im Ramadan 2020, als wegen der Pandemie nur private Feiern des Fastenbrechens stattfinden konnten, stellten einige Mo­scheegemeinden den Antrag, wenigstens für die Zeit des Ramadans öffentlich zum Abendgebet aufrufen zu dürfen. Das von einem SPD-Bürgermeister re­gierte Krefeld gab, gegen den Widerstand von CDU und AfD, dem Ersuchen statt. Die FDP unterstützte den Antrag und wartete mit Hinweis auf das Grundrecht der freien Religionsausübung über­dies mit der Forderung auf, den Muezzinruf dem Läuten der christlichen Kirchenglocken gleichzustellen.

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