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Shakespeare und Trump : Hier ist ein drahtloser Schalllöscher mit Richtstrahler

  • -Aktualisiert am

Blutrote Berufskleidung enthüllt den Tyrannen: Unter der Regie von Rainer Pudenz brachte die Kammeroper Frankfurt 2016 Verdis Bearbeitung von Shakespeares „Macbeth“ heraus. Bild: Isabel Eiser

Eine gezielte Philologie kann sogar dem Ex-Präsidenten Donald Trump den Ton abdrehen: Der amerikanische Literaturwissenschaftler Stephen Greenblatt und der britische Autor Carey Harrison sprechen über Shakespeares Tyrannen.

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          Abend um Abend konnte man in William Shakespeares London Tyrannen studieren: A penny for their thoughts. Wer bequem sitzen wollte, zahlte etwas mehr. Was für das Publikum, je nach Interesse, erhellend oder unterhaltsam war, war für die Dramatiker nicht ohne Risiko. Thomas Nashe floh, Ben Jonson schmorte im Gefängnis, Thomas Kyd wurde gefoltert, Christopher Marlowe erstochen. Shakespeare entging diesem Schicksal, obwohl er die Kunst, despotische Konstellationen zu schildern, brillant beherrschte. Er starb mit 52 Jahren, abseits der britischen Metropole, in Stratford-upon-Avon.

          Mit welchen Gefahren das dramatische Schreiben um 1600 verbunden war, vor allem aber, wie meisterhaft Shakespeare in der Kunst der Tyrannenschau vorging, hat der amerikanische Literaturwissenschaftler Stephen Greenblatt in seinem 2018 erschienenen Buch „Shakespeare on Politics“ erkundet, aus dem in der deutschen Übersetzung eine „Machtkunde für das 21. Jahrhundert“ geworden ist. Es bildete jetzt den Ausgangspunkt für einen Gesprächsabend des Potsdamer Einstein Forums.

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