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Ständige Rechtsstreits : Was Querulanten antreibt

  • -Aktualisiert am

Manche Dauer-Kläger scheinen gar nicht genug zu bekommen, vom Gericht. Dem Justizsystem trauen sie trotzdem nicht. Bild: dpa

Wieso sich manche wegen Lappalien durch alle Instanzen klagen, obwohl sie das Rechtssystem verachten.

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          Obwohl alle über ihn stöhnen, die sich beruflich mit Rechtsfragen befassen, sogar seine Anwälte, die doch an seiner Streitlust nicht schlecht verdienen, ist der Querulant ein Stiefkind der Rechtssoziologie geblieben. Was sind das für Leute, die nach einem verlorenen Prozess einfach nicht lockerlassen und es trotz minimaler Erfolgsaussichten wieder und immer wieder versuchen? Oft über Jahre hinweg machen sie den Behörden mit Hunderten von Klagen, Eingaben und Beschwerden zu schaffen, ohne sich vom Scheitern dieser Initiativen beirren zu lassen. Aber wozu?

          Im Bereich des Rechts gilt der Querulant als Landplage, und immer wieder hat die scheinbare Irrationalität seines Tuns die Geplagten dazu ermuntert, ihm den Verstand oder zumindest die Prozessfähigkeit abzusprechen. Trotz der offenkundigen Gefahren des Missbrauchs existiert diese Möglichkeit auch in vielen anerkannten Rechtsstaaten. Unlängst haben zwei israelische Rechtswissenschaftler zu mehr Geduld mit dem Querulanten aufgerufen. Anderenfalls, so ihre Befürchtung, werde sich seine Wut eben anderswo entladen – und dann unkontrolliert. Die geforderte Langmut der Ämter soll also dazu beitragen, eine Gefahrenquelle zu isolieren.

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