Soziale Systeme :
Warum Bildungsbürger politisch schwer einzuordnen sind

Von André Kieserling
Lesezeit: 3 Min.
Welche Parteien die wohl wählen? Absolventen der Universität Bonn bei der Absolventenfeier.
Auch zu klassenbewussteren Zeiten am Anfang des 20. Jahrhunderts war das Wahlverhalten gebildeter Menschen sehr variabel. Soziologen untersuchen die Gründe hierfür.

In den frühen Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts hatte man Umfragedaten, die aufhorchen ließen. Die Meinung der Indus­triearbeiter zu bestimmten politischen Fragen ließ sich damals in Kenntnis ihrer sozialen Stellung recht gut vorhersagen, bei der Mittelschicht war das schon merklich schwieriger, und speziell in der Gruppe der akademisch Gebildeten musste man offenbar auf jede Art von Überraschung gefasst sein. Die strenge Determination der politischen Einstellung einer Person durch ihre soziale und ökonomische Lage, an die damals nicht nur Marxisten glaubten, war also offenbar eine Variable. Ihr Wert lag hoch in manchen Gruppen und niedrig in anderen.

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