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Melanophobie : Wer hat Angst vorm schwarzen Hund?

Zu dunkel für Instagram – und für abergläubische Hundehalter. Bild: Picture-Alliance

Tierheim-Insassen mit schwarzem Fell haben schlechtere Chancen auf ein neues Zuhause, heißt es. Ein Phänomen, das jetzt wieder auf dem Prüfstand steht.

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          Kiam lebt im Heim, schon seit er noch ganz klein war. Seine beiden Geschwister fanden bald ein neues Zuhause, nur Kiam wollte keiner haben. Er ist ein schwieriger Fall. Seit zweieinhalb Jahren sucht der Mastin-Mischling aus der spanischen Stadt Burgos eine neue Familie. Kiam jedoch ist schwer vermittelbar, weil er ein schwarzes Fell hat. So sagt es Kirsten Bubenheim, Tiervermittlerin aus der nordhessischen Stadt Kirchhain in der Nähe von Marburg. Bei der Fellfarbe hört offenbar die grenzenlose Tierliebe der Menschen schnell auf.

          Andreas Frey
          Freier Autor in der Wissenschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das Phänomen betrifft Hunde wie Katzen, schwarzes Fell schreckt viele Menschen offensichtlich ab. Dadurch verlängert sich ihre Aufenthaltsdauer in Tierheimen, manche Katzen und Hunde bleiben dort ihr ganzes Leben. Das ist jedenfalls die Erfahrung von Kirsten Bubenheim, die seit zwanzig Jahren Haustieren in Heimen eine Familie verschafft. Schwarze Tiere habe sie nur äußerst selten vermittelt, erzählt sie, als Grund nennt sie eine Mischung aus Angst und Aberglauben. „Das Dunkle und Düstere wird mit diesen Tieren assoziiert“, sagt sie, in der Literatur verkörpern sie todbringende Bestien. So wie der Höllenhund bei Sherlock Holmes oder der schwarze, zottelige Hund Grimm, den Harry Potter aus dem Satz seiner Teetasse liest. Das Omen des Todes.

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