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Soziale Systeme : Sind Schulen in benachteiligten Gegenden schlechter?

  • -Aktualisiert am

In benachteiligten Vierteln fällt der Unterricht immer öfter aus. Bild: dpa

Sozial benachteiligte Schüler sollen eigentlich die gleichen Chancen haben wie Schüler aus sozial privilegierten Schichten. Dazu müssten Schulen in Problembezirken besonders gut ausgestattet sein. Aber ist das auch so?

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          Sozialindexgesteuerte Mittelzuweisung – das ist eines dieser Wortungetüme aus dem Verwaltungsdeutsch. Man könnte das damit Gemeinte viel einfacher ausdrücken: Sozialschwache Kinder sollen mehr schulische Hilfe bekommen, weil es im Interesse der Gesellschaft liegt, dass keiner zurückbleibt. Dass die soziale Ungleichheit also nicht noch mehr zunimmt, und sie sich auch nicht noch mehr räumlich ausformt und als soziale Segregation sichtbar wird, was von zahlreichen Studien in den letzten Jahren bereits bestätigt wurde. Dabei befindet sich die Schule in einer schwierigen Doppelrolle: Einerseits lässt sich an ihr soziale Ungleichheit hervorragend darstellen, andererseits soll gerade die Schule der Ort sein, wo sich soziale Ungleichheit noch am besten korrigieren lassen müsse.

          Nun können sich öffentliche Schulen, insbesondere die Grundschulen, ihre Schüler nicht aussuchen. In Schulen, die in Vierteln liegen, wo sich soziale Ungleichheit bereits zu sozialer Segregation verdichtet hat, landen also zwangsweise auch die meisten benachteiligten Schüler. Ergo sollten gerade diese Schulen doch auch die am besten ausgestatteten sein, schließlich stehen sie angesichts der sozialen Schichtung ihrer Schüler vor den größten pädagogischen Herausforderungen. Schulen in schwieriger sozialer Lage müssten im Bereich Schulqualität also am besten abschneiden. Das jedenfalls ist die Ausgangshypothese einer Untersuchung der Berliner Bildungsforscher Marcel Helbig und Rita Nikolai. Aber ist das mehr als ein frommer Wunsch, der an der Wirklichkeit gänzlich vorbeigeht?

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