Rhetorik der Zeitenwende :
Scholz ist der Zeit voraus

Von Stefan Berger
Lesezeit: 3 Min.
Beifall im Parlament: Olaf Scholz am 27. Februar im Bundestag, als er den russischen Überfall auf die Ukraine als „Zeitenwende“ beschrieb.
Die richtige Seite der Geschichte gibt es nicht: In der Regierungserklärung zum Ukrainekrieg sprach der Kanzler zu selbstsicher.

Bundeskanzler Olaf Scholz sagte in seiner Regierungserklärung am 27. Februar 2022 über die Menschen in der Ukraine den Satz: „Als Demokratinnen und Demokraten, als Eu­ropäerinnen und Europäer stehen wir an ihrer Seite, auf der richtigen Seite der Geschichte.“ So selbstverständlich der erste Teil dieser Aussage klingt, so erstaunlich ist der zweite, obwohl er den ersten scheinbar nur variiert und bekräftigt. Die Gewissheit, dass der Fortgang der Geschichte die eigene Position bestätigen wird, setzt ein be­ängstigendes Maß an Selbstgewissheit voraus. Der Satz vor dem zitierten Satz lautete: „Sie kämpfen für Freiheit und ihre De­mokratie, für Werte, die wir mit ihnen teilen.“

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