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Kunst und Moral : Verlust der Sitte

  • -Aktualisiert am

Ist der moralische Begriff der Kunst in der Krise? Eine Zeitschrift wendet die Documenta-Debatte ins Systematische.

          3 Min.

          Kunst wird heute in Biennalen und anderen einschlägigen Großausstellungen unter moralischen Gesichtspunkten be­wertet, vielfach auch produziert. Dieser kategorische Imperativ ist ein ausgesprochen zeitgenössisches Phänomen. In früheren Epochen wurde Kunst durchaus nicht so apodiktisch unter diesen Vorzeichen geschaffen und beurteilt. Die Qualität eines Andy Warhol etwa konnte und kann man noch immer in einer unmoralischen oder vielmehr amoralischen Haltung sehen, mit der ein Künstler den Tod durch Autounfall, Suizid oder elektrischen Stuhl ausdrücklich „in wunderschönen Farben“ ins Bild setzt. Er wurde dafür als Bahnbrecher gefeiert.

          Der forcierte moralische Reflex in der medialen Affektgesellschaft ist generationenbedingt, seine Impulse regen sich seit der Jahrtausendwende und verstärken sich zusehends. Diese Entwicklung untersucht der jüngste Band des Onlinemagazins „21: Inquiries into Art, History, and the Visual“, der die „moralischen Kriterien in der zeitgenössischen Kunst und Kritik“ sowie deren „ethische Wertschöpfung“ auf ihre Stichhaltigkeit abklopfen möchte. Das Thema scheint maßgeschneidert für die zurückliegende Documenta fifteen.

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