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Freundschaftsparadoxon : Einer ist immer besser vernetzt

  • -Aktualisiert am

Die sechs Freunde aus der Kult-Serie „Friends“ Bild: Friends

Warum haben meine Freunde viel mehr Kontakte als ich selbst? Das „Freundschaftsparadox“ trübt das Selbstwertgefühl – bis man sich klarmacht, warum es nicht paradox ist.

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          Nur wenigen Zeitgenossen ist es vergönnt, dass ihnen niemand das Wasser reichen kann. So mag etwa eine Hochleistungssportlerin von sich behaupten können, dass keine andere ihre Leistungen übertrumpfen kann – aber meist nur für eine gewisse Zeit und bei hoher Spezialisierung. Auch ein Amt wie jenes des amerikanischen Präsidenten kann manchen gegen Zweifel und Kritik so weit immunisieren, dass er in der Illusion leben kann, der Beste zu sein. Doch für die meisten Menschen bei klarem Verstand gilt, was der Dichter Robert Gernhardt in einer Strophe seines Gedichts „Immer“ beklagte: „Immer einer beliebter als du / Du wirst gelobt / er wird geliebt / Du wirst geehrt / Er wird verehrt / Dir liegt man zu Füßen / Ihn trägt man auf Händen: Einer immer noch beliebter.“

          Ein Theorem der Netzwerktheorie behauptet, dass es sogar noch schlimmer ist: Vor knapp dreißig Jahren stellte der Netzwerkforscher Scott Feld fest, dass unsere Freunde im Durchschnitt mehr Freunde haben als wir selbst. Nicht nur einer ist also immer beliebter als wir, sondern sogar der Durchschnitt aller anderen! Man hat sich damit abgefunden, dass es im Freundes- und Bekanntenkreis stets jemanden gibt, der oder die aufgrund fabelhaften Aussehens, exzellenter Bildung und persönlichen Geschicks ein vielgefragter Magnet für persönliche Beziehungen ist. Doch auch ohne solche Ausnahmeerscheinungen schneidet die Zahl der eigenen Kontakte beim Vergleich mit jenen der Bekannten unterdurchschnittlich ab.

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