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Der Kronprinz und die Nazis : Kaiserbanner unterm Hakenkreuz

Hier hatte Wilhelm den Arm ausnahmsweise unten: Neben dem Exkronprinzen steht beim „Waffentag der Deutschen Kavallerie“ Feldmarschall von Mackensen Bild: Jürgen Luh

Wenige Monate nach Hitlers Machtergreifung erschien Wilhelm von Preußen beim „Waffentag der Deutschen Kavallerie“ in Düsseldorf. Sein Auftritt half mit, die alten Kämpfer des Kaiserreichs in den neuen Staat zu integrieren.

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          Die Debatte über die Ansprüche der Hohenzollern an den deutschen Staat ist abgeflaut. Das bedeutet nicht, dass der Fall entschieden ist. Während Historiker wie Lothar Machtan und Stephan Malinowski Buchveröffentlichungen über die Rolle der ehemaligen Herrscherfamilie vorbereiten, richtet sich die Politik offenbar auf ein zweigleisiges Verfahren ein: Zum einen soll vor Gericht über die Entschädigungsforderungen Georg Friedrichs von Preußen entschieden werden, zum anderen begrüße man, wie die brandenburgische Kulturministerin Manja Schüle im Tagesspiegel erklärt, „einen konstruktiven und anregenden Austausch“ zum Thema. Deshalb lädt die Ministerin die Familie ein, ihre Archive vollständig zu öffnen – „und zwar nicht nur für ausgewählte Forscher:innen ihres Vertrauens“.

          Andreas Kilb
          Feuilletonkorrespondent in Berlin.

          Was könnte solch eine Öffnung zum Vorschein bringen? Vor allem wohl Briefe und Notizen, also Meinungsäußerungen und Bekenntnisse, womöglich, im für die Hohenzollern günstigsten Fall, Sympathiebekundungen für den deutschen Widerstand. Die Tatsachen dagegen liegen auf dem Tisch. Zu ihnen gehören die öffentlichen Auftritte Wilhelms von Preußen in der Zeit vor und nach dem Beginn des „Dritten Reichs“, von deren juristischer Bewertung die Entschädigungswürdigkeit der Familie nach dem Ausgleichsleistungsgesetz von 1994 abhängt.

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