Sigrid Weigel wird 70 :
Criticism, Inc.

Von Hendrikje Schauer
Lesezeit: 3 Min.
Sie war neu in der Hamburger Schule: Sigrid Weigel fügte der materialistischen Kulturwissenschaft nicht nur die geschlechtertheoretische Perspektive hinzu.
Geschichte und Öffentlichkeit in Theorie und Praxis: Sigrid Weigel hat bewiesen, dass sich literaturwissenschaftliche Forschung auch außerhalb der Universität organisieren lässt.

Nicht „allein in den Amtsstuben der zuständigen Ministerien“ werde Wissenschaftspolitik betrieben: Nein, „die Art und Weise, wie jeder einzelne Wissenschaftler Forschung und Lehre“ praktiziere, sei schon Wissenschaftspolitik. Sigrid Weigel sagte dies, als sie 2016 mit dem Aby-Warburg-Preis der Stadt Hamburg ausgezeichnet wurde. Dabei dachte sie an die „Geistespolitik“ des Begründers der berühmten Bibliothek. Ganz hanseatisch begriff sie Warburgs Kulturwissenschaft als einen der „erfolgreichsten Exportartikel“ der deutschsprachigen Fächer.

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