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Einfache Komplexität : Der Teufel hat sie’s zwar gelehrt

  • -Aktualisiert am

Bei der "Langen Nacht der Wissenschaften" in 2019 in Berlin lernten die Besucher anhand übergroßer Kugeln die Planeten des Sonnensytsems kennen.. Bild: dpa

Komplexe und schwer verständliche Themen einfach darstellen? Das sollte die Wissenschaft nicht fürchten. Über die Bedeutung der Anschaulichkeit – an der Nahtstelle von populärem und fachlichem Wissen.

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          Gewissheit ist kein Wahrheitskriterium. Auch wer sich sicher ist, heißt das, hat deshalb nicht recht mit einer Behauptung. Das Umgekehrte gilt ebenso: Ungewissheit ist kein Indiz für Falschheit; wer sich seiner Sache nicht ganz sicher ist, muss nicht danebenliegen. Wenn Wissenschaftler zu öffentlichen Experten werden, die nicht so tun, als gebe es hundertprozentige Gewissheit, die aber mit provisorischen Wahrscheinlichkeitsaussagen weitreichende politische Entscheidungen über das gesellschaftliche Leben und unsere Freiheitsspielräume beeinflussen, dann ist es ebenso nützlich, ein weitverbreitetes latentes Gewissheitsbedürfnis nicht zu vergessen, das sich zunächst und zumeist als Bereitschaft zum Zweifel Ausdruck verschafft.

          Trivialerweise meldet das Gewissheits- oder Sicherheitsbedürfnis sich gerade dann mit Macht, wenn das Leben aus den gewohnten Bahnen geworfen wird und wenn es gilt, vermehrt mit Ungewissheiten zurechtzukommen. Ist es einmal geweckt, wird es sich nicht ohne weiteres mit dem gerne gespendeten psychologischen Trost wieder in den Schlaf wiegen lassen; viel schlimmer als völlige oder wachsende Ungewissheit wäre – wenn es sie gäbe – absolute Gewissheit, weil sie die Zukunft ihrer Offenheit beraubte.

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