https://www.faz.net/-gwz-9zxqv

Unterdrückter Zorn macht krank : So lässt sich die Wut beherrschen

Streit mit dem Ehemann? Der erste Schultag nervt? In solchen Fällen übernimmt im Film „Alles steht Kopf“ die Wut das Steuer in der Kommandozentrale im Gehirn. Bild: Allstar/Disney/Picar

Im Alltag ist die Wut verpönt, gleichzeitig steigt die Hasskriminalität, und im Internet sind Beleidigungen an der Tagesordnung. Über ein mächtiges Gefühl, das jedoch demjenigen Kraft spenden kann, der es zu beherrschen versteht.

          6 Min.

          Im Auto ist es heiß, Stau, auf der Rückbank schreien die Kinder. Manchmal reicht dann der penetrante Jingle einer Kaugummi-Werbung im Radio, und man rastet aus, wie der cholerische Busfahrer in dem Pixar-Film „Alles steht Kopf“. Ein Gefühl, als wäre im Brustkorb ein Feuer entfacht, man ist außer sich, hupt und brüllt.

          Johanna Kuroczik

          Redakteurin im Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wenn sich das rote Wut-Männchen bei Pixar so sehr aufregt, dass aus seinem Kopf Flammen schießen, lachen die Zuschauer, wie auch über die Komödie „Die Wutprobe“. Im Film kann Wut unterhaltsam sein. In der realen Welt wissen viele nicht, wie sie mit ihr umgehen sollen. Es zählt als Tugend, seine Gefühle stets unter Kontrolle zu haben. Wer wütend wird, gilt schnell als unbeherrscht und inkompetent. Gleichzeitig scheint die Raserei in anderen Teilen der Gesellschaft außer Kontrolle zu geraten: In dem Video „Männerwelten“ machen bekannte Frauen etwa jüngst öffentlich, wie sie in sozialen Netzwerken ständig von Fremden sexuell belästigt, beleidigt und gedemütigt werden, und das Bundesinnenministerium gibt diese Woche in der Kriminalstatistik bekannt, dass 2019 noch mehr Straftaten der Kategorie Hasskriminalität verübt wurden als im Vorjahr.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Falschheiten: Trump ließ seine Sprecherin das Buch kommentieren.

          Mary Trump : So greift die Nichte den Präsidenten an

          Aus einer dysfunktionalen Familie: Mary Trump beschreibt ihren Onkel, den amerikanischen Präsidenten, als narzisstischen Clown. Wucht entwickelt ihre Analyse vor allem aufgrund der Verwandtschaft.