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DNA in der Luft : Gefahren des Zoobesuches

Biologen zeigen: Man kann Zootiere nicht nur sehen, sondern auch ihre DNA in der Luft nachweisen. Bild: F.A.Z. - Foto Wolfgang Eilmes

Wer im Zoo atmet, inhaliert fortwährend Tier-DNA, das haben zwei Forschergruppen nachgewiesen. Biologen freut das. Andere mag das vielleicht eher verstören.

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          Was waren das noch für Zeiten, als wir uns vor exotischen Urlaubsreisen einfach so haben impfen lassen. Oder als man als Mensch ohne Allergien und Empfindlichkeiten alles gegessen hat, was einem schmeckte, ohne vorher auf die Zutatenliste zu schauen. Heute sind wir da sehr viel vorsichtiger geworden. Man will ja nicht Beliebiges kritiklos in seinen Körper aufnehmen. Allerdings ist es dabei mit Impfverweigerung und Inhaltsstoffakribie lange nicht getan. Der Feind lauert auch in der Luft. Und damit sind nicht nur unbekannte Viren, Sporen, Pollen, Feinstaub, Tröpfchen und winzige Fasern gemeint, die wir mit jedem Atemzug einatmen.

          Es ist noch viel schlimmer, zumindest für diejenigen, die all demjenigen eine gewisse Skepsis entgegenbringen, was „mit Genen“ zu tun hat. Zwei Forschergruppen haben nun unabhängig voneinander in „Current Biology“ Studien veröffentlicht, die zeigen, dass es in der Luft von fremder DNA nur so wimmelt. Beide Gruppen filterten dafür Luft an verschiedenen Orten im Kopenhagener Zoo und im britischen Hamerton Zoological Park. In beiden Fällen konnten die Forscher daraufhin DNA nachweisen, vermehren, sequenzieren und im Vergleich mit einer umfangreichen Referenzdatenbank verschiedenen Tierarten zuordnen. Tatsächlich konnte so die DNA der sich in der Nähe befindlichen Zootiere identifiziert werden. Sogar andere Tiere wie Hausmäuse und Ratten spürten die Wissenschaftler auf.

          Die Methode könne künftig dafür eingesetzt werden, Tierarten in freier Wildbahn zu finden, etwa um Veränderungen der Biodiversität im Zuge des Klimawandels zu verfolgen, freuen sich die Biologen. Was für den Artenschutz eine gute Nachricht sein mag, ist für Gen-Phobiker natürlich bedenklich: Nicht auszudenken, wenn man sich extra den mRNA-Impfstoff vom Leib gehalten hat, um nun aus Versehen im Zoo Affen-DNA einzuatmen. Beruhigend immerhin, dass es ein Gegen­mittel gibt: Mit einer gut abschließenden FFP2-Maske sollte man das Schlimmste verhindern können.

          Sibylle Anderl
          Redakteurin im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

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