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Frauen in der Wissenschaft : Mehr Druck von oben ist nötig

  • -Aktualisiert am

Seltener Anblick: Mit der amerikanische Astronomin Andrea Ghez hat 2020 eine Frau den Nobelpreis für Physik erhalten. Bild: Reuters

Die Leopoldina zeigt in einer Stellungnahme zur Situation von Frauen in der Wissenschaft, dass die Lage ist schlecht. Leider finden sich in dem Papier kaum revolutionäre Ideen, um sie zu verbessern.

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          Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat eine Stellungnahme veröffentlicht, in der es um die Förderung von Frauen in der Wissenschaft geht. Die dort beschriebenen Verhältnisse sind bekannt: 52 Prozent der Studierenden im ersten Semester sind weiblich, aber nur 22 Prozent der Professuren (C4/W3) sind mit Frauen besetzt. Die Dominanz von Männern in wissenschaftlichen Führungspositionen bleibt nahezu ungebrochen.

          Diese Stellungnahme war überfällig, alle anderen großen wissenschaftlichen Gesellschaften und Verbände in Deutschland haben sich längst positioniert. Geschlechterungleichheit ist nicht nur unfair, sondern auch für den Wissenschaftsstandort Deutschland schlecht, tobt doch der internationale Wettbewerb um die besten Köpfe zwischen den Universitäten und den Unternehmen. Wenn hierzulande Diversität nicht endlich nachhaltig gefördert wird, verliert das Land die Zukunftsfähigkeit. So weit, so bekannt.

          Die Stellungnahme der Leopoldina ist nun leider kein großer Wurf geworden, sondern listet nur die bekannten Forderungen auf: Frauen müssen gefördert, ermächtigt und sichtbar gemacht werden. Immerhin kommt in der Stellungnahme klar zum Ausdruck: Es geht nicht ohne Druck, genauer: Druck „von oben“.

          Auch in der akademischen Welt muss gelten, was in der freien Wirtschaft vielerorts gang und gäbe ist: Klare Ziele müssen formuliert, ihre Einhaltung von den jeweiligen Vorgesetzten eingefordert werden. Wenn in einem bestimmten Zeitraum der Anteil der Frauen in Führungspositionen nicht gesteigert wurde, dann muss das negative Konsequenzen haben. Frauenförderung darf nicht länger eine wohlfeile Floskel sein. Ohne Druck, Kontrollen und Konsequenzen kann das Ziel der Geschlechtergerechtigkeit nicht erreicht werden.

          Pia Heinemann
          Redakteurin Natur und Wissenschaft

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